Wir haben nicht nur die Eröffnung des Brüsseler Büros gefeiert, sondern auch den Fakt, dass die MSPI zu einer wahren europäischen Bewegung geworden ist

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Die Minority SafePack Initiative, die Minderheitenschutz und Minderheitenrechte auf EU-Ebene fordert, hat sich zu einer europaweiten Bewegung entwickelt, der sich viele Minderheitenschutzorganisationen in ganz Europa angeschlossen haben, die zum Teil noch keine Mitglieder der FUEN sind. „Jetzt, wo wir uns auf den Zielgeraden befinden, kommen jeden Tag neue Unterstützer hinzu, da sie zum Erfolg der Initiative beitragen möchten“, sagte Loránt Vincze am Mittwoch bei der großen Eröffnungsfeier des FUEN Büros in Brüssel. Der FUEN Präsident verkündete, dass zur Zeit acht Staaten ihren jeweiligen nationalen Schwellenwert erreicht haben – Rumänien, Ungarn, Slowakei, Lettland, Spanien, Dänemark, Kroatien und Bulgarien. Obwohl damit eine der zwei Bedingungen der EU erfüllt worden ist, mindestens 7 Staaten sollten ihre Schwelle überschreiten, betonte Vincze, dass wir uns noch nicht zurücklehnen dürfen. Erst muss die zweite Bedingung erfüllt werden, eine Millionen Unterschriften zu sammeln. Dafür fehlen allerdings momentan noch 70.000 Unterschriften.

Der Präsident der FUEN bemerkte, dass die Minderheiten eine Antwort auf die Frage bezüglich der Zukunft der EU haben, die von Brüssel aufgeworfen wurde. „Wir wünschen uns eine EU, die autochthone, nationale Minderheiten als Gemeinschaften versteht, die den Kontinent bereichern. Wir wollen ein Europa, dass Minderheiten wertschätzt und schützt. Das ist die Art Europa, wie wir es uns vorstellen“.

Unter den Anwesenden befanden sich auch Mitglieder des Parlaments, die die ungarische Minderheit in Rumänien vertreten. Vincze sprach ihnen seinen Dank aus. „Die Zahlen, die wir heute haben, wären nicht möglich gewesen, ohne der Hilfe der RMDSZ“. Weiterhin hob er hervor, dass sie die ersten waren, die mit der Kampagne in ihrem Land begannen. Auf diese Weise statuierten sie ein Exemple für andere Minderheitenanderen in Europa.

Der Präsident der RMDSZ, Hunor Kelemen, war auch zu Gast auf der Feier. Er bemerkte: „Wir wollen, dass die Menschen, die einer autochthonen nationalen Minderheit in einem ehemals kommunistischen Land angehören, die gleichen Rechte haben, wie die deutsche Minderheit in Südtirol oder Ostbelgien. Die ungarische Minderheit in Rumänien betrachtet Westeuropa als Beispiel für Subsidiarität, regionale Autonomie oder auch Gemeinschaftsrechten. Wir wollen den Kommunismus und alles, was von ihm noch übrig ist, zu unserer Vergangenheit zählen.“

Als Mitglied des Bürgerkomitees, die die Minority SafePack initiierten, verwies Kelemen darauf, dass sie von Anfang an wussten, dass es kein leichter Sieg werden würde. Hätten sie es jedoch  gar nicht erst versucht, hätte sich nicht solch eine Chance geboten, ein Zeichen gegen die Gleichgültigkeit, mit der Minderheitenanliegen begegnet wird, zu setzen. Jedes Statement, in dem sich jemand für die Initiative aussprach und seine Unterstützung zusicherte, hat mehr und mehr dazu beigetragen. „Die Europäische Union hat die Pflicht, sicherzustellen, dass seine Bürger sich in den Staaten, in denen sie leben, zu hause fühlen und ihnen zu helfen, ihre Kultur, Sprache und Identität zu bewahren. Es ist unsere Pflicht, die Europäische Kommission, die Mitgliedsstaaten, Staatsoberhäupter und Mehrheitsgesellschaften in Osteuropa davon zu überzeugen, dass wir nicht der Feind sind. Wir wollen niemandem etwas wegnehmen, wenn wir unsere eigene Kultur bewahren möchten“, bemerkte Hunor Kelemen.

Das neue Büro der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten befindet sich in einem Gebäude im Stil des Art Nouveau, das von der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien zur Verfügung gestellt wurde. Yves Kreins, Gastgeber und Vertreter Ostbelgiens, versicherte, dass sie sehr erfreut darüber sind, dass die Räumlichkeiten zu diesem Zweck genutzt werden würden. „Obwohl unsere Gemeinschaft lediglich 57.000 Mitglieder umfasst, glaube ich, dass wir eine der vom Glück begünstigten Minderheiten Europas sind. Wir sind eine starke Gemeinschaft. Unsere Stimmen werden in dem Land erhört, in dem wir geboren wurden, da wir ein eigenes Parlament haben. Die deutsche Minderheit in Ostbelgien möchte, dass alle autochthonen Minderheiten in Europa, das Recht genießen, ihre Kultur auszuleben und bewahren zu können. Wir sind sehr erfreut, dass wir unsere Räumlichkeiten der FUEN und ihrem Anliegen, in dem sie Pioniere sind, zur Verfügung stellen können“.

Die Vertreter einiger Mitgliederstaaten und Minderheitengemeinschaften, die in der Kampagnenarbeit mitgewirkt haben, besuchten die Eröffnungsfeier, u.a. der ungarische MdEP aus Slowenien Csáky Pál, MdEP Herbert Dorfmann aus Südtirol, wo die Kampagnenarbeit gerade auf Hochtouren läuft, sowie Vertreter Partnerorganisationen. FUEN Vizepräsident Gösta Toft, Vertreter der deutschen Minderheit in Dänemark, wendete sich auch mit ein paar Worten an die Anwesenden. Er bedankte sich bei allen für die bemerkenswerte gemeinsam geleistete Arbeit, die in die Unterschriftensammlung gesteckt wurde. Als Schlussbemerkung betonte der FUEN Präsident Loránt Vincze, wie wichtig es für die FUEN sei, in Brüssel präsent zu sein und der Lobbyarbeit dort nachzugehen, da alle Projekte der europäischen Dachorganisation der Minderheiten mit der Europäischen Union in Beziehung stehen.

 

Unterstützen sie die Minority SafePack Initiative! Unterschreiben Sie hier bis zum 3. April.


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