Der Bundespräsident zu Gast bei der FUEN in Flensburg

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte gestern, am 05. Oktober, die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten im Kontor vom Haus der Minderheiten in Flensburg. FUEN Präsident Loránt Vincze begrüßte die Gäste im Namen des Dachverbandes der europäischen Minderheiten. Im Rahmen seines Amtsantritts bereist Steinmeier derzeit die Bundesländer Deutschlands; die FUEN war eines seiner Ziele in Schleswig-Holstein. Hier lernte Präsident Steinmeier mehr über das Projekt ‘Haus des Minderheiten’ und dessen Rolle als "Ort der Demokratie", ein Titel, der als Leitmotto über der Reise des Bundespräsidenten steht.

Präsident Steinmeier unterstrich den steten Kurs Deutschlands, Minderheitenpolitik zu fördern und die Arbeit der FUEN weiter zu unterstützen. Minderheitenpolitik sei angesichts der aktuellen Entwicklungen in Europa wichtiger denn je, betonte der Bundespräsident. Er würdigte das schleswig-holsteinische Minderheitenmodell als Musterbeispiel für erfolgreiche Minderheitenpolitik und lobte die Menschen in der deutsch-dänischen Grenzregion dafür, aus der Geschichte und den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben.

Loránt Vincze dankte Herrn Steinmeier für die langjährige Unterstützung, sowohl als Bundespräsident als auch als ehemaliger Außenminister. Der FUEN Präsident begrüßte die Aussage des Bundespräsidenten, dass die FUEN durch das Außenministerium in Sachen Minderheitenrecht zu einem strategischen Partner der Bundesregierung werden könnte. Steinmeier lobte die Arbeit der FUEN als Dachorganisation der Minderheiten, die nicht nur die Minderheiten in Deutschland, sondern auch deutsche Minderheiten in ganz Europa unter sich vereine. Besonders hob er hierbei die Regionen in der Ukraine, dem westlichen Balkan und dem Kaukasus hervor.

FUEN Präsident Loránt Vincze nutzte die Gelegenheit, die Minority SafePack Initiative als Europäische Bewegung vorzustellen, welche die Aufmerksamkeit der Europäischen Union auf das Schutzbedürfnis des reichen kulturellen und sprachlichen Erbes der autochthonen Minderheiten in Europa lenke. "Dieser Reichtum braucht nicht nur eine Deklaration, sondern konkrete Unterstützung und aktive Handlung. Wir sind uns bewusst, dass dies ein heikles Thema ist, das eine starke Opposition einiger Mitgliedsstaaten hervorruft. Mut und Entschlossenheit wird von den Mitgliedsstaaten gefordert, die an die europäischen Kulturen und Sprachen glauben", gab Loránt Vincze zu bedenken. Der FUEN Präsident sieht die Demokratie gefährdet, wenn der Dialog und die Kooperation von Staaten und ihren Minderheiten stagnieren, und fordert daher Druck seitens der EU oder anderen Mitgliedstaaten. Abschließend lud Loránt Vincze Präsident Steinmeier dazu ein, Freund und Unterstützer der Minority SafePack Initiative zu werden.

"Schon seit 1988 hat die FUEN ihren Sitz in Flensburg und hat daher schon früh erkannt, dass die Minderheitspolitik dieser Region auf Grundrechten der Demokratie beruht", erklärte FUEN Vize Präsident Dieter Paul Küssner. "Diese Grenzregion und ihre Minderheitenpolitik können als gutes Beispiel für europäische Lösungen in Minderheitenfragen vorangehen. Aus diesem Grund möchten wir das Projekt ‘Haus des Minderheiten’ als europäisches Kompetenzzentrum für Minderheiten etablieren", fügte er hinzu. "Wir wollen, dass unsere Region als Ort des Lernens wahrgenommen wird, als Ort der Hoffnung und Reflexion, als ‘Best Practice’ und ‘Leuchtturm gelebter Demokratie’", resümierte der FUEN Vize Präsident.

Während des Treffens im Kontor vom Haus der Minderheiten, moderiert durch den Minderheitsbeauftragten des Landes Schleswig Holstein, Johannes Callsen , lobten Oberbürgermeisterin Simone Lange sowie Stadtpäsidentin Swetlana Krätzschmar die Zusammenarbeit mit der FUEN. Jon Hardon Hansen und Jens A. Christiansen, Präsident und Generalsekretär des Sydslesvisk Forening, sowie Hinrich Jürgensen und Uwe Jessen, Präsident und Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger, hoben die bilaterale Zusammenarbeit in der Region und deren Vorbildfunktion für Europa hervor. Begleitet wurde Bundespräsident Steinmeier von seiner Frau Elke Büdenbender, Ministerpräsident Daniel Günther erschien in Begleitung seiner Frau Anke Günther.


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