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Sprechen Sie Korona? Die Molise-KroatInnen in Italien hatten einen geographischen Vorteil

Die Provinz Molise, in der es vier Orte gibt, an denen die Molise-kroatische Sprache gesprochen wird, liegt an den Hängen des Apennins, die sanft zum Meer hinabfallen, irgendwo in der Mitte der italienischen Halbinsel. Dank dieser geografischen Lage blieben sie von der katastrophalen Coronavirus-Pandemie verschont, die Italien, insbesondere seine nördlichen Provinzen, heimsuchte. "Genau dies und die Abgeschiedenheit auf den Hügeln von Molise war diesmal ein Vorteil für uns gegenüber dem Rest Italiens, und das Leben in diesen sechs Monaten verlief größtenteils im gewohnten Tempo" - sagt Antonio Sammartino von unserer Mitgliedsorganisation der Stiftung Agostina Piccoli.

Bezüglich ihres Alltagslebens während der Pandemie erzählten sie uns, dass die BewohnerInnen ihre Tage hauptsächlich in ihren Häusern verbrachten und die sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränkt waren. All dies hat dazu beigetragen, dass kein einziger Fall einer Coronavirus-Infektion an diesen Orten, wo die Molise-KroatInnen leben, und in ihrer unmittelbaren und entfernten Umgebung festgestellt wurde. Nur eine kleine Anzahl von Infizierten wurde in größeren Städten an der Adriaküste registriert. In diesen Tagen, nachdem die restriktiven Maßnahmen gelockert wurden, hat sich das Leben wieder normalisiert, mit dem üblichen Rhythmus in Bezug auf Handel, Reisen, Ausgehen und andere soziale Aktivitäten.

Für einmal erwies sich die relative Isolation in einer globalisierten Welt als eine gute Sache für diese Gemeinschaft. Wie Antonio sag: "scherzen einige BewohnerInnen auf eigene Kosten und kommentieren, dass sie die restriktiven Maßnahmen der Isolation gar nicht bemerkt haben, weil sie ohnehin das ganze Jahr über auf diesen Hügeln im Molise vom Rest der Welt isoliert sind".

Die Molise-KroatInnen sind eine der kleinsten Minderheiten in unserer FUEN-Familie und generell in Europa, mit etwas mehr als 2.000 SprecherInnen der kroatischen Sprache. Stiftung Agostina Piccoli ist Mitglied der FUEN seit dem Jahr 2018.

Mehr über die Molise-KroatInnen können Sie in unserer neuen Broschüre über Slawische Minderheiten in Europa lesen, die in der Arbeitsgemeinschaft Slawischer Minderheiten unter dem Dach der FUEN (AGSM) zusammengebunden sind.

Im April 2020 hat die FUEN eine Umfrage mit dem Titel Do You Speak Corona? zur Situation der europäischen Minderheiten während der Pandemie durchgeführt. Der Online-Fragebogen konzentrierte sich auf die Verfügbarkeit von Informationen im Zusammenhang mit COVID-19 im Allgemeinen, auf Gesundheitsinformationen im Zusammenhang mit dem Ausbruch, auf das Vorhandensein einer in der Minderheitensprache betriebenen Notfall-Hotline und auf die Verfügbarkeit von Online-Unterricht in der Minderheitensprache. Der Kurzbericht über die Ergebnisse kann unter folgendem Link eingesehen werden, den gesamten Bericht im PDF-Format  können Sie unter folgendem Link herunterladen.

Diese Reihe von Fallstudien ist die Fortsetzung des Projekts Do You Speak Corona?

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