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Sprechen Sie Corona? Die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien ist im Krisenstab zur Corona-Bekämpfung vertreten

Obwohl Belgien erheblich von der COVID-19 Pandemie betroffen war, haben die langfristig angelegten, vorbildlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus die Bürger Belgiens zu gleichen Maßen vor einem schlimmeren Ausmaße bewahrt, wobei die deutschsprachige Gemeinschaft in keiner Weise benachteiligt wurde.  

Von Beginn an wurden die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien in die Entscheidungsprozesse der belgischen Regierung miteinbezogen. Belgien hat einen Krisenstab zur Bekämpfung des Corona-Virus gegründet, in dem alle Ministerpräsidenten der belgischen Gemeinschaften vertreten sind, darunter Oliver Paasch, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG ) als Vertreter der deutschsprachigen Belgier. Die Aufgabe des Krisenstabs ist es, alle Maßnahmen für Belgien festzulegen. Dementsprechend orientieren sich die Maßnahmen, die sich im Zuständigkeitsbereich der DG befinden, strikt an diesen für das gesamte Belgien festgelegten Maßnahmen. Sie würden diesbezüglich auch eng mit den anderen Regionen Belgiens zusammenarbeiten, sagt Herr Fabrice Maassen, Vertreter der ProDG gegenüber der FUEN.  

Die Deutschsprachige Gemeinschaft lebt in einer sehr ländlichen Region. Aus diesem Grund ist es für sie wesentlich leichter sich an “Social Distancing” und dem Mindestabstand von 1,5 m zu halten.

“Die deutschsprachigen Belgier haben sich bisher mit großer Disziplin an die Maßnahmen gehalten. Das spezifische Problem, mit dem wir uns jedoch konfrontiert sehen, ist die Grenzschließung. Unsere Lage ist dahingehend besonders, dass wir an der deutsch-belgischen und luxemburgisch-belgischen Grenze leben. Durch die derzeitigen Grenzschließungen wird unser Alltag massiv eingeschränkt”, sagt Herr Maassen. Es ist zu hoffen, dass die Grenzen nicht mehr lange geschlossen bleiben: Plänen zufolge sollen sie ab dem 15. Juni wieder geöffnet werden, wenn nicht sogar früher. Bereits jetzt gibt es Ausnahmen für notwendige Reisen.

Auf jeden Fall bleibt die 60.000 Mitglieder große Gemeinschaft von derartigen Herausforderungen verschont, wie sie Sprachgemeinschaften und Minderheiten in ganz Europa bewältigen müssen.  Alle Informationen zum Corona-Virus in Belgien werden ins Deutsche übersetzt, jedoch kommt es dabei zu einer kleinen Verzögerung. Nach der Veröffentlichung der Infos auf Französisch und Niederländisch werden erst ein bis zwei Tage später die Informationen auch auf Deutsch auf der offiziellen Website der belgischen Regierung veröffentlicht.

Links:

Im April 2020 hat die FUEN eine Umfrage mit dem Titel Do You Speak Corona? zur Situation der europäischen Minderheiten während der Pandemie durchgeführt. Der Online-Fragebogen konzentrierte sich auf die Verfügbarkeit von Informationen im Zusammenhang mit COVID-19 im Allgemeinen, auf Gesundheitsinformationen im Zusammenhang mit dem Ausbruch, auf das Vorhandensein einer in der Minderheitensprache betriebenen Notfall-Hotline und auf die Verfügbarkeit von Online-Unterricht in der Minderheitensprache. Der Kurzbericht über die Ergebnisse kann unter folgendem Link eingesehen werden, den gesamten Bericht im PDF-Format  können Sie unter folgendem Link herunterladen.

Diese Reihe von Fallstudien ist die Fortsetzung des Projekts Do You Speak Corona?

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