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FUEN hielt ihre Online-Delegiertenversammlung 2020 ab

"Die anderthalb Jahre, die seit unserem letzten Kongress vergangen sind, waren eine echte Achterbahnfahrt mit vielen Höhen und Tiefen, da die Coronavirus-Pandemie immer wieder unsere Pläne durchkreuzt hat. Ich denke jedoch, es zeigt die Kraft und Flexibilität unserer Organisation sowie die Professionalität und Kreativität unseres Teams, dass wir die Pandemie zwar noch nicht überwinden, aber die Veranstaltungen, die nicht physisch stattgefunden haben, kompensieren und unseren Mitgliedsorganisationen anderweitig unterstützend zur Seite stehen konnten. In dieser Situation, in der es an jeglicher Art von Stabilität mangelt, ist es der FUEN dank unserer Widerstandsfähigkeit, Ausdauer und unseres Erfindungsreichtums gelungen, effizient und relevant zu bleiben. Was wir jetzt tun müssen, ist, auf unseren wiederentdeckten Werten aufzubauen und dafür zu sorgen, dass es unseren Gemeinschaften gut geht", bemerkte FUEN Präsident Loránt Vincze am Samstag auf der FUEN Delegiertenversammlung 2020. Angesichts der COVID-19-Pandemie wurde eine Online-Versammlung organisiert. Mehr als 200 Delegierte waren über das Online-System zugeschaltet.

In seinem Bericht stellte der Präsident fest, dass die FUEN mit der Minority SafePack Initiative bedeutende Meilenstein gesetzt hat, um die Belange autochthoner Minderheiten in der Europäischen Union vorzubringen. “Wir haben dafür gesorgt, dass sie in den EU-Institutionen, den Mitgliedstaaten und bei politischen EntscheidungsträgerInnen auf der Tagesordnung stehen. Durch diesen Prozess ist die FUEN zu einer einflussreichen Interessensvertretung der autochthonen Minderheiten in EU-Kreisen geworden”, sagte er und kündigte an, dass das Europäische Parlament im Dezember dieses Jahres eine Plenardebatte abhalten sowie eine Resolution zur MSPI veröffentlichen wird.

Die Vizepräsidenten der FUEN stellten am Samstag auf der Delegiertenversammlung ihre Tätigkeitsberichte vor. Gösta Toft sprach über die Fortschritte der Minority SafePack Intitiative und die Notwendigkeit von mehr Rechten für Minderheiten in Europa, insbesondere im Bildungsbereich. Vladimir Ham sprach über die Wanderausstellung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) „In zwei Welten" sowie die Besuche bei Mitgliedsorganisationen und merkte an, dass viele Minderheiten nicht nur mit politischen, sondern auch mit existentiellen Probleme konfrontiert sind. Angelika Mlinar stellte die Tätigkeiten der Slawischen Arbeitsgemeinschaft (AGSM) vor, sowie deren Bereicherung in Form einer Broschüre, die alle slawischen Minderheiten in der FUEN präsentiert. Halit Habipoglu sprach über die Türkische Arbeitsgemeinschaft (TAG) und sagte, dass die FUEN aufgrund der Pandemie vor außerordentlichen Herausforderungen stehe und die Arbeitsgemeinschaft müsse sich diesen Herausforderungen ebenfalls stellen. Bahne Bahnsen stellte die Tätigkeiten und die Herausforderungen der Non-Kin-State Arbeitsgemeinschaft vor. Daniel Alfreider sprach über die Online-Umfrage zu den Bildungschancen autochthoner Minderheiten in Europa, zu der sie Beiträge aus 30 europäischen Ländern erhalten haben. Die Ergebnisse der Umfrage werden bei der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Bildung im Dezember vorgestellt. Der neue Präsident der JEV, Andor Barabás, stellte sich und die Tätigkeit der Jugendorganisation vor.

Laut FUEN Generalsekretärin Éva Pénzes war das vergangene ein sehr aktives Jahr für die FUEN: 16 Projekte wurden durchgeführt, insgesamt wurden mehr als 250 Pressemitteilungen in englischer, deutscher, türkischer, russischer und ungarischer Sprache veröffentlicht und mehr als 300 Beiträge in den sozialen Medienkanälen veröffentlicht. Publikationen wie die FUEN Broschüre oder der FUEN Kalender weisen auf die außerordentlich große Aktivität der FUEN Verwaltung und des Präsidiums hin. "Auch wenn das Jahr 2020 alles verändert, blicken wir positiv in die Zukunft, und ich bin sicher, dass wir auch in der größten Not gemeinsam Lösungen finden werden, um die Interessen der Minderheiten zu fördern. Aber nur gemeinsam können wir dies erreichen", schloss die Generalsekretärin ihren Bericht auf der Delegiertenversammlung.

Die COVID-19-Pandemie hat bereits bestehende Ungleichheiten zwischen autochthonen nationalen Minderheiten und Sprachgemeinschaften und der Mehrheitsbevölkerung in Europa vertieft und die Benachteiligung vieler nationaler Minderheiten beim Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen aufgezeigt. Dies ging deutlich aus der groß angelegten Umfrage "Do you speak Corona?" hervor, die von der FUEN in Zusammenarbeit mit der Interfraktionellen Arbeitsgruppe für traditionelle Minderheiten, nationale Gemeinschaften und Sprachen des Europäischen Parlaments durchgeführt wurde.

Im Rahmen dessen hat die FUEN Delegiertenversammlung eine Resolution über die Wahrung des Schutzes der autochthonen nationalen Minderheiten und Sprachgemeinschaften und ihres kulturellen Erbes in Krisenzeiten sowie über die Bereitstellung wesentlicher Informationen in Minderheitensprachen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie angenommen.

Auf der Online-Delegiertenversammlung wurde auch über Änderungen der FUEN Statuten abgestimmt. Ein neuer Artikel ermöglicht es, in außerordentlichen Fällen den Mitgliedsorganisationen ihr Stimmrecht auch mittels elektronischer Kommunikation auszuüben und/oder dass die Delegiertenversammlung ganz oder teilweise in elektronischer Form durchgeführt wird. Solche außergewöhnlichen und unvorhersehbaren Umstände sind insbesondere dann gegeben, wenn Delegierte von mindestens einem Drittel der Mitgliedsorganisationen aufgrund von Reisebeschränkungen oder Grenzschließungen ihres Wohnsitzstaates oder des Staates, in dem die Delegiertenversammlung abgehalten wird, nicht physisch an der Delegiertenversammlung teilnehmen können. Eine weitere Satzungsänderung ermöglicht es den Mitgliedern des Präsidiums, ganz oder teilweise auf elektronischem Wege an den Sitzungen teilzunehmen und über Beschlüsse abzustimmen.

Der FUEN Kongress 2021 wird in Nova Gorica/Gorizia in der Italienisch-Slowenischen Grenzregion stattfinden. Die Delegiertenversammlung wurde informiert, dass der FUEN Kongress 2020, der ursprünglich in Gorica/Goriza in der Italienisch-Slowenischen Grenzregion geplant war, um ein Jahr verschoben und damit 2021 stattfinden wird. Gastgeber des FUEN Kongresses 2021 ist die FUEN Mitgliedsorganisation Rat der Slowenischen Organisationen (SSO - Svet Slovenskih Organizacij) in Zusammenarbeit mit der FUEN Mitgliedsorganisation die Slowenische Union (Slovenska Skupnost).

Die Delegiertenversammlung wurde auch darüber informiert, dass der FUEN-Kongress 2021, der in Tallinn, Estland, stattfinden sollte, um ein Jahr verschoben wird, um 2022 organisiert zu werden. Gastgeber des FUEN Kongresses 2022 ist die FUEN Mitgliedsorganisation NGO "Russische Schule Estlands" (Некоммерческое объединение "Русская школа Эстонии") in Kooperation mit dem Verein der Deutschen Estland, der Bund der Nationalen Minderheiten in Estland (Eestimaa Rahvuste Ühendus ERÜ) sowie weiteren FUEN Mitgliedsorganisationen in Estland.

Ein neues Mitglied ist in die Reihen der FUEN Mitgliedsorganisationen aufgenommen worden: Auf der Delegiertenversammlung am Samstag wurde die Regionale Öffentliche Organisation zur Entwicklung der Kumykischen Kultur, Förderung der Erhaltung der Kumykischen Sprache und Koordinierung der Kumykischen Projekte "Qumuqlar" als ordentliches Mitglied aufgenommen.  Die NGO mit Sitz in Moskau, die im Jahr 2014 registriert wurde, vertritt die Kumyk Türken in Russland. Die FUEN begrüßt Qumuqlar in ihrer Familie.

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