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Digitalisierung und Medien im Fokus der Non-Kin-State Arbeitsgemeinschaft

Digitalisierung und neue Technologien sind unsere Chance, mit diesen abschließenden Worten der Vertreterin der Armân Gemeinschaft, Sterica Fudulea, endete die Jahrestagung der Non-Kin-State Arbeitsgemeinschaft der FUEN in Konstanza, Rumänien, die vom 18. bis 20. Oktober 2019 stattfand. Dreißig Vertreter von zehn verschiedenen Minderheiten (Nordfriesen, Ruthenen, Elsässer, Aromanen, Pomaken, Roma, Krimtataren, Tataren aus Rumänien) nahmen an der Jahrestagung teil, die sich auf Medien und Digitalisierung fokussierte und von der Armân (Aromun, Aromanisch) Gemeinschaft aus Rumänien ausgerichtet wurde.

Die Region Dobrogea, in der das Treffen stattfand, ist eine einzigartige Region, in der 16 nationale Minderheiten und auch die Armân Gemeinschaft leben, die nicht als nationale Minderheit anerkannt ist. In seiner Eröffnungsrede wies FUEN Präsident Loránt Vincze darauf hin, dass "wir hierher gekommen sind, um die Armân Gemeinschaft zu treffen und ihre Bedürfnisse zu verstehen". Er stellte die Arbeit der FUEN und die neuesten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Minority SafePack Initiative vor, die der Europäischen Kommission am 3. Dezember 2019 vorgestellt werden soll. Lokale politische Entscheidungsträger sowie Vertreter der Armân und der Tataren begrüßten die Teilnehmenden ebenfalls und nannten Konstanza ein Symbol für multiethnische Toleranz. Darüber hinaus forderten sie gegenseitiges Verständnis und sprachen über die Identität der Armân, ein sehr emotionales Thema. Der Minderheitenrechtler Sergiu Constantin von der EURAC Bozen präsentierte einen Überblick über Mechanismen und Instrumente für eine effektive politische Partizipation von Minderheiten ohne Mutterstaat.

Am zweiten Tag der Veranstaltung wurden Digitalisierungs- und Medienprojekte vorgestellt. Elena Saricu stellte das Projekt Anveatsã Armãneashti (learn The Armân Language) vor, innerhalb dessen moderne Instrumente für das Sprachenlernen erschaffte (z.B. eine öffentlich zugängliche E-Learning-Plattform) und eine Sprachschule in Bukarest gründete. Viele Teilnehmende fanden dieses Projekt sinnvoll und waren daran interessiert, es in ihren eigenen Gemeinden umzusetzen. Bence Balázs, Vertreter der Minority Dailies Association, MIDAS, sprach über die neuen Herausforderungen, denen sie vor allem durch die Parallelität der Online-Medien gegenüberstehen. Daniel Cunliffe, Forscher und Lehrer an der University South Wales, hielt einen Vortrag über den Zusammenhang zwischen Minderheitensprachen und Informationstechnologie. Er wies auf die potenziellen Vorteile der IT in dem Zusammenhang hin, dass neue Technologien die Dominanz der Mehrheitssprache vervielfachen. Er gab praktische Beispiele, wie es ihnen gelungen ist, Menschen für die walisische Sprache, die walisische Übersetzung von Wikipedia zu gewinnen, und wie große Marken (Adidas, Budweiser) Minderheitensprachen verwenden und welche positiven Auswirkungen dies hat. Sein Vortrag löste eine lebhafte Debatte darüber aus, wie man Informationen in Minderheitensprache über die sozialen Medien verbreiten kann und was getan werden sollte, wenn man nur über wenige Ressourcen verfügt.

Während der internen Arbeitssitzung unter der Leitung von Bérengère Vogel, der neuen Koordinatorin der Arbeitsgemeinschaft, präsentierte Arvid Martens das neue Projekt Minority Monitor der FUEN, eine Plattform für autochthone nationale Minderheiten und Sprachgemeinschaften in Europa, um Verletzungen und Missachtung ihrer Rechte für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Als zukünftige Strategien für die Arbeitsgemeinschaft schlug FUEN Vizepräsident Bahne Bahnsen vor, sich stärker auf die Jugendarbeit zu konzentrieren. Außerdem wurden Wege diskutiert, wie sich die in der Sitzung vorgestellten Ideen weiterentwickeln und umsetzen lassen. Die Arbeitsgemeinschaft wurde von den Armân und Pomaken aus Bulgarien eingeladen, ihr nächstes Treffen in Velingrad zu organisieren.

Die Teilnehmenden besuchten das Volkskundemuseum in Konstanza und wurden im lokalen Büro der Armân Gemeinschaft begrüßt, wo ihnen die Geschichte und der aktuelle Stand der Gemeinschaft vorgestellt wurden.

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