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COVID-19 und seine Auswirkungen auf die Roma wurden beim EURAC-Webinar diskutiert

Die FUEN Umfrage zeige, dass nicht nur die Roma, sondern auch andere Minderheiten während der COVID-19-Pandemie diskriminiert wurden, die Diskriminierung bei den Roma jedoch eine andere Ebene erreichte, da sie keinen Zugang zu Bildungsmaterial hatten oder es ihnen sogar an fließendem Leitungswasser mangelte - darauf wies FUEN Präsident und Mitglied des Europäischen Parlaments, Loránt Vincze im Rahmen des Webinars "COVID-19 und seine Auswirkungen auf die Roma" hin, das am Mittwoch vom Institut für Minderheitenrechte des EURAC Research Forschungszentrums organisiert wurde.

 

Loránt Vincze sagte, dass die Roma Gemeinschaften in verschiedenen Teilen Europas mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert seien, aber es gebe auch einige bewährte Praktiken, die zeigten, dass dies keine hoffnungslose Situation sei. In seiner Heimatstadt, Tîrgu Mureș / Marosvásárhely in Rumänien, reagierten lokale NGOs während der Abriegelung schnell und beschafften Mittel, um unterprivilegierte Roma und andere gefährdete Gruppen mit warmen Mahlzeiten zu versorgen. Die Unterstützung von Roma für Roma ist ebenfalls wichtig, wie der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma betonte, der als erster seine Stimme gegen die neue Welle des Antiziganismus, die durch die Pandemie in ganz Europa geschürt wurde, erhob. Die Rolle der Mediatoren ist auch bei den Bemühungen um eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Roma-Bevölkerung sehr wichtig. Die FUEN förderte zusammen mit dem Land Schleswig-Holstein, der GIZ und dem ECMI die Einrichtung eines Minderheitenbeauftragten in Bjeljina in Bosnien-Herzegowina, was später zu einer Erfolgsgeschichte und einer guten Praxis wurde, fügte der FUENPräsident hinzu.

In dem Webinar, das von Roberta Medda-Windischer vom Institut für Minderheitenrechte des EURAC Research geleitet wurde, sagte Andrey Ivanov von der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA), dass die Pandemie bestehende strukturelle Probleme aufgezeigt habe und dass man an einer Studie über die Auswirkungen der Pandemie auf RomaGemeinschaften in 15 verschiedenen Ländern arbeite. Die Menschenrechtsaktivistin Zola Kondur vom Büro des Europarates in der Ukraine sprach über die Mehrfachdiskriminierung, der Roma-Frauen ausgesetzt sind. Ein wesentliches Problem sei, dass einige nicht offiziell dokumentiert seien, was keinen Zugang zu Gesundheitssystemen, Medikamenten, angemessenen Arbeitsmöglichkeiten und staatlichen Beihilfen bedeute. Neda Korunovska von Open Society Roma Initiatives hob die besondere Situation der Roma Gemeinschaften hervor, und die unabhängige Expertin Zora Popova sprach über die Auswirkungen von Hassreden und Antiziganismus.

Loránt Vincze sagte, dass sich die Situation der Roma in den zehn Jahren, seit es die Roma-Strategie der Europäischen Union gibt, nicht wesentlich verbessert habe. Momentan arbeitet das Europäische Parlament an einer überarbeiteten Strategie, die sich auf integrative Bildung, Schulungen, Erwachsenenbildung, besseren Zugang zum Arbeitsmarkt und die Stärkung der Rolle der Roma einschließlich ihrer Beteiligung in der Politik fokussiert. "Wir brauchen stärkere Rechtsakte, um die Mitgliedsstaaten zu Maßnahmen zu bewegen. Koordination ist nicht genug, wir brauchen eine EU-Richtlinie", sagte Herr Vincze.

Um mit einer positiven Perspektive, das Webinar zu schließen, tauschten die Teilnehmer ihre Gedanken darüber aus, wie die Situation verbessert werden könnte. Dabei wurden folgende Gedanken diskutiert: Die Roma als jüngste Gemeinschaft verfügen über ein enormes Potenzial; der Fokus sollte auf der lokalen Ebene liegen; die aktive Beteiligung an der Entscheidungsfindung muss gefördert werden; auf nationaler und lokaler Ebene sind wirksame politische Maßnahmen erforderlich und eine gemeinsame Beschlussfassung darüber, wie die durch die Pandemie verursachten Probleme beim nächsten Mal gelöst werden können, ist notwendig. LorántVinczeerklärte, dass alles mit Bildung beginne, da dies der einzige Weg sei, Roma-Kinder aus der generationenübergreifenden Armut herauszuholen, aber auch die Bildung der Mehrheitsbevölkerungbedarf Verbesserung, um Vorurteile abzubauen.

Das Webinar kann auf der Facebook-Seite des EURAC und auf Youtube angesehen werden.

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