Die FUEV ist mit 84 Mitgliedsorganisationen in 32 Europäischen Ländern der größte Dachverband der autochthonen Minderheiten in Europa. Die FUEV wurde 1949 in Versailles gegründet und feiert vom 29. September bis zum 2. Oktober in Brüssel ihren Geburtstag. Der Kongress findet im Ausschuss der Regionen, im Europäischen Parlament und im
Conrad Kongress-Hotel statt.
Laut FUEV-Präsident Hans Heinrich Hansen,
Deutscher Nordschleswiger aus Dänemark, ist die Frage der Minderheiten in Europa hoch aktuell und politisch relevant. „Die Auseinandersetzung über das Slowakische Sprachgesetz, die zu erheblichen bilateralen Spannungen zwischen Ungarn und der
Slowakei geführt hat, ist ein schlagender Beweis dafür, dass Minderheitenfragen europäische Themen sind, die es gilt, ernst zu nehmen“, so Hansen.
Leider findet man die Minderheitenfragen erst dann auf der Agenda der Politik oder in den Medien
wieder, wenn es bereits zu spät für eine gütliche Lösung ist.
Der FUEV-Kongress mit seinen erwarteten 200
Gästen soll als Plattform für die europäischen
Minderheiten und ihre Bedeutung in einem
vielfältigen Europa werben. „Leider ist die Kenntnis über die Minderheiten und ihren Beitrag zur
Kultur- und Sprachenvielfalt in Europa sehr gering. Nur wenige Poiltikerinnen haben die notwendige Achtung vor den Sorgen und Nöten ihrer
Minderheiten. Leider sterben die Minderheiten und damit ihre Kultur- und Sprachenvielfalt derzeit im Stillen. Wenn wir eine bedrohte Tierart wären, würden sich mit Sicherheit viele Prominente und einflussreiche Personen unserer annehmen - leider werden die vielfach vom Aussterben bedrohten
kleinen Regional- und Minderheitensprachen
ignoriert. Wir brauchen einen grundlegenden
Politikwechsel in Europa, der die vielzitierte kulturelle Vielfalt wirklich ernst nimmt“, so Hans Heinrich Hansen, der darauf verweist, dass jeder siebte Europäer oder rund 100 Millionen Menschen sich einer europäischen Minderheit zugehörig fühlen.
„Man muss uns nicht fürchten, wir stellen keine Gebietsansprüche oder wollen den Staat in dem wir leben destabilisieren. Wir leben in europäischen Regionen und wir wollen, dass es diesen Regionen gut geht. Man sollte uns nicht als Gefahr, sondern als Potential zur Entwicklung dieser Regionen
sehen“, so Hans Heinrich Hansen. Die FUEV freut sich darüber, dass mit dem Ausschuss der Regionen ein Partner in der EU für die europäischen
Minderheiten gefunden wurde. Die offiziellen
Jubiläumsfeierlichkeiten der FUEV finden am 1. Oktober im Ausschuss der Regionen statt. Die Gäste werden vom Generalsekretär des Ausschuss der Regionen Gerhard Stahl begrüßt. Die Festansprache hält der EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit
Leonard Orban.
Darüber hinaus findet im Rahmen des Kongresses ein Treffen im Europäischen Parlament statt. In einer ersten Sitzung nach den Wahlen tritt das im vergangenen Jahr zwischen dem Parlament und der FUEV vereinbarte Europäische Dialogforum zusammen. Im Beisein der Kongress-Gäste wird das Gremium im Parlament tagen. „Wir erhoffen uns nun nach der Wahl einen Neustart und frischen Schwung in der Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament. Uns ist die formalisierte Zusammenarbeit mit dem Parlament sehr wichtig - wir wollen auf gleicher Augenhöhe unsere Anliegen vertreten können“, erläutert Hans Heinrich Hansen.