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KONFERENZEN

20020508-12 47. FUEV-Nationalitätenkongreß in Subotica
20020613-14 A Minderheiten ohne sog. »kin state« in Sankelmark
20020613-14 B Minderheiten ohne sog. »kin state« Samen in Norwegen

RESOLUTIONEN
20020509 Subotica

STELLUNGNAHMEN

20020327 Whitebook FUEN Contribution

MANUSKRIPTE

20020509 Romedi Arquint in Subotica
20021105 Romedi Arquint in Kopenhagen

PRESSEMITTEILUNGEN 2002 (Nr. 01-56)

PRESSEMITTEILUNG 2002-56


Schleswig-Holsteinischer Landtag verabschiedet Minderheitenbericht 2002

Zum ersten mal inmitten einer Legislaturperiode verabschiedete der
Schleswig-Holsteinische Landtag seinen Bericht über die autochthonen
Minderheiten im Lande, d.h. die dänische Minderheit, die Friesen, Sinti
und Roma, und über die Situation der Regionalsprache Niederdeutsch.
Redner aller Fraktionen sowie die Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein,
Frau Heide SIMONIS (siehe Foto) persönlich waren sich einig über die hohen Stellenwert
der Minderheitenpolitik und unterstrichen den kulturellen Reichtum des Landes.
SIMONIS nutzte die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß die Frage der Sinti und Roma,
die noch immer nicht wie die anderen Gruppen in den Minderheitenparagraphen
Schleswig-Holsteins aufgenommen sind, bei Zeiten neu zu erörtern.



Renate Schnack (links) und Heide Simonis

Von allen Seiten gelobt wurde besonders die Arbeit der
Minderheitenbeauftragten des Landes Schleswig-Holstein
(und Vorsitzenden des FUEV-Beirates) Frau Renate SCHNACK (siehe Foto)

Die letzten Minderheitenberichte wurden immer am Ende der jeweiligen
Legislaturperiode verabschiedet. Diesmal entschloß man sich jedoch
zugunsten eines früheren Zeitpunkts. Dies stieß auch bei den anwesenden
Vertretern der Minderheitenverbände größtenteils auf Zustimmung.
„Das gibt die Möglichkeit, Fehler und Defizite rechtzeitig aufzudecken
und noch in der laufenden Legislaturperiode zu korrigieren“, bemerkte
der Vorsitzende der Sydslesvigsk Forening (SSF) Heinrich SCHULTZ während
einer Nachbesprechung, zu der Minderheitenbeauftragte Renate SCHNACK und
Landtagsabgeordneter Rolf FISCHER im Anschluß an die Debatte geladen
hatten. Auch SCHULTZ bat noch einmal ausdrücklich darum, nun endlich
auch die Sinti und Roma in die Landesverfassung aufzunehmen.



PRESSEMITTEILUNG 2002-55


Weiterbestand von RADIO AGORA und RADIO DVA in Gefahr
Per Internet kann man sich für den den Weiterbestand von RADIO
AGORA und RADIO DVA einsetzen

Die slowenischsprachigen und slowenisch-/deutschsprachigen Hörfunkprogramme
von RADIO DVA und RADIO AGORA, ausgestrahlt auf der gemeinsamen Frequenz
105,5 MHz, zählen zweifellos zu den bedeutendsten Errungenschaften der
Kärntner Medienlandschaft. Die Präsenz der Volksgruppensprache Slowenisch im
öffentlichen Raum bedarf einer besonderen Förderung und eines besonderen
Schutzes, da die zahlenmäßige Größe einer jeden Volksgruppe es ihr nicht
erlaubt, in allen Alltagsbereichen aus eigener Kraft präsent zu sein.

Die beiden Radiostationen gewährleisten die Präsenz der slowenischen Sprache
in zweifacher Hinsicht: Zwölf Stunden des Programms richten sich direkt an
die Volksgruppe und erfüllen die Notwendigkeit und den gesetzlich
verankerten Anspruch auf eigene Medien in der Muttersprache. Die anderen
zwölf Stunden greifen die in Europa zunehmend anerkannte und angestrebte
Zweisprachigkeit als Bildungsgut auf und bauen mit der Ausstrahlung eines
slowenisch-/deutschsprachigen Programms größere wechselseitige Achtung und
Beachtung beider in Kärnten lebenden Volksgruppen auf.

Die Radioprogramme von AGORA und RADIO DVA fördern darüber hinaus den
gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie tragen zu einem besseren gegenseitigen
Verständnis der Kulturen bei, fungieren als Bildungs- und Ausbildungsträger
und gewährleisten Medienvielfalt und freie, unabhängige Meinungsbildung.

Per Internet kann man sich für den den Weiterbestand von RADIO
AGORA und RADIO DVA einsetzen:
http://www.agora.at



PRESSEMITTEILUNG 2002-54


EU Förderprogramme für Minderheiten zunehmend dezentralisiert
FUEV-Präsidium vom 28.-30. November 2002 in Brüssel

Im Rahmen einer regulären Präsidiumssitzung nutzte Delegation des
Präsidiums die Gelegenheit, zu informativen Gesprächen mit Vertretern
verschiedener EU Einrichtungen. So gab es Gespräche mit dem Hanse-Office (siehe PR 53)
,dem stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für konstitionelle Fragen,
MEP Jo Leinen, mit Frau Elfriede Kretschmar von der Generaldirektion für Beschäftigung
und soziale Angelegenheiten, mit dem Stability Pakt für Südosteuropa sowie mit Herrn
Dr. Clemens Ladenburger vom Konventssekretariat zum Stand der Arbeit des Konvents.

Außerdem gab es informative Gespräche mit dem Erweiterungsinformationszentrum der
Europäischen Kommission. Hier wurden einige FUEV-Projekte auf deren Förderungsfähigkeit
geprüft. Näher ins Detail eingeführt wurden die die FUEV-Vetreter von Herrn Sven-Olov
Carlsson vom sog. Polen-Desk.

Die Präsidiumssitzung widmete sich dem Stand der Vorbereitungen zum
48. FUEV-Nationalitätenkongreß vom 29.-31. Mai 2003. Weitere technische Details
werden demnächst eingeholt und demnächst veröffentlicht.



Herr Wollny vom Erweiterungsinformationszentrum der Europäischen
Kommission informierte die FUEV-Delegation über PHARE und TACIS
Richtlinen. V.l.n.r. Arquint, Wollny, Jessen, Hansen.




PRESSEMITTEILUNG 2002-53


Hanse Office und FUEV arbeiten näher zusammen
FUEV-Delegation besuchte Schleswig-Holsteinische Vertretung in Brüssel

Eine dreiköpfige FUEV-Delegation bestehend aus Präsident Romedi ARQUINT,

Projekt Manager Uwe JESSEN und Geschäftsführer Frank NICKELSEN besuchte
am 28.11.2002 die Schleswig-Holsteinische Vertretung in Brüssel, dem sog.
Hanse-Office. Der stellv. Leiter des Büros, Herr Günther SCHULZ, zuständig für
europäische und schleswig-holsteinische Institutionen, PR, Ostsee und
Außenbeziehungen begrüßte eine Zusammenarbeit mit der FUEV und sagte den
FUEV-Vertretern ideelle und organisatorische Hilfen bei Funds Raising-Fragen zu.

So hatten Günther SCHULZ und Dietmar HÄRTEL für die FUEV-Vertreter ein
zweitägiges Programm erarbeitet, was u.a. den Entwicklungsstand des Konvents
und die für die FUEV in Frage kommenden EU Förderprogramme wie z.B. PHARE
und TACIS zum Gegenstand hatte.



Das Office, das zusammen mit Hamburg dieses Büro teilt,
wurde von Günther Schulz und Dietmar Härtel vertreten.
Auf dem Foto v.l.n.r.: Härtel, Jessen, Arquint und Schulz.

Weitere Informationen:
http://www.hanse-office.de



PRESSEMITTEILUNG 2002-52


Kornisch in Teil II der Europäischen Charta
für Regional- oder Minderheitensprachen aufgenommen
FUEV - Mitarbeiter Gary Funck bereitet Friesisch-Kornwalische Projekte vor

Anfang November beschloß die britische Regierung, jetzt doch auch Kornisch mit unter den
Schutz der Europäischen Charta für Regional- oder Minderheitensprachen zu stellen. Sie
ist damit neben Walisisch, Schottisch Gaelisch, Irisch, »Scots und Ulster Scots« die sechste
Sprache, die von Großbrittanien unter den Schutz der Charta gestellt wurde. Dieses stellt
einen wichtigen Meilenstein in der Arbeit der kornwalisischen Minderheitenverbände dar,
insbesondere für das »Cornish Stannary Parliament«.

Bereits im Februar diesen Jahres besuchte FUEV-Geschäftsführer Frank Nickelsen
diesen Verein und wurde über den äußerst unbefriedigenden rechtlichen Status der
kornischen Sprache und Kultur informiert (siehe Foto). Das Stannary Parliament, das im Mai diesen
Jahres auf der FUEV-Delegiertenversammlung in Subotica den Status als assoziiertes Mitglied
errang, initiierte auch die FUEV Resolution 2002/02, die den Status einer nationalen Minderheit
gemäß dem Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten für die
Kornwaliser fordert. Leider ist dies bis heute nicht geschehen.



Im Rahmen einer Lageerkundung bei den Kornwalisern Anfang Februar 2002
besuchten der ehem. Präsident der FUEV, der Bretone in Frankreich,
Per LeMoine (Foto rechts) und FUEV-Geschäftsführer Frank Nickelsen
das Cornish Stannery Parliament. Auf dem Foto im äußersten Südwesten
Großbritanniens, dem Lands End, erläutern Rodney Nute und Dr. Nigel Hicks (Mitte)
die Kultur der Kelten

Seit der Mitgliedschaft in der FUEV ist es dem Cornish Stannary Parliament gelungen,
tiefergehende Beziehungen zu anderen europäischen Minderheiten aufzubauen und so
Solidariat aus mehreren Ländern zu erfahren. Auch FUEV - Mitarbeiter Gary Funck wird diese
Woche seine Glückwünsche als friesischer Kulturkonsulent persönlich überbringen, da er sich
zur Planung gemeinsamer Projekte in Cornwall aufhält.

Die Einbeziehung des Kornischen unter den Schutz der Sprachencharta ist bislang die
erste offizielle Berücksichtigung dieser akut vom Aussterben bedrohten Sprache. Sicherlich
wird es noch vieler weiterer Schritte bedürfen, um die Sprache auch mittel- und langfristig am
Leben zu erhalten. Heute sprechen nur einige hundert Menschen diese keltische Sprache, die
bereits schon einmal im letzten Jahrhundert vollständig ausgestorben war und dann
wiederbelebt wurde.

Weitere Informationen
http://www.cornish-stannary-parliament.abelgratis.com




PRESSEMITTEILUNG 2002-51


Die nationalen Minderheiten Ungarns nach den Wahlen

Diskussionsrunde über Wahlergebnis in Budapest

Erfahrungen der letzten Wahlen für die Selbstverwaltungen der ungarländischen Minderheiten
und das Phänomen des Ethnobusineß standen am 14. November im Mittelpunkt eines
Rundtischgespräches in Budapest. Eingeladen dazu hat die Friedrich-Naumann-Stiftung. Der
Diskussionsrunde wohnten der LdU-Vorsitzende Otto Heinek, das Mitglied der SZDSZ-Parlamentsfraktion
Gábor Fodor sowie der Minderheitenombudsmann des Ungarischen Parlamentes,
Dr. Jenô Kaltenbach (siehe Foto), bei.



Zu Beginn ging es um den Begriff Ethnobusineß selbst. Die Bezeichnung sei irreführend, sie diene
allenfalls dazu, die Existenz des Systems der Minderheitenselbstverwaltungen in Frage zu stellen.
Dieses Modell sei nützlich und trage wesentlich zu einem besseren Verständnis der
Volksgruppenbelange bei der Mehrheitsbevölkerung bei. Die Ungarndeutschen hätten mit dieser Art
Geschäftemacherei nur geringfügig zu tun. Wovon sie allerdings mehr betroffen seien, gehe oft auf
Parteipolitik zurück, denn Parteien, die an der Fünfprozenthürde scheiterten, versuchten auf Kosten der
Ungarndeutschen in die Gemeinderäte zu kommen. Das sei moralisch unglücklich und beeinträchtige
Interessen der Volksgruppen. Der LdU-Vorsitzende verwies dabei auf die begünstigten Listen,
auf denen einige Parteien Mandate von den Ungarndeutschen wegschnappten. Er sprach sich für
eine Überprüfung dieser Wahlregelung aus. Otto Heinek bekräftigte erneut, daß er für die Erstellung
von Wählerlisten sei und eine einmalige Erklärung der Kandidaten über ihre Zugehörigkeit zu
einer Volksgruppe verlange.

Das Ethnobusineß sei eigentlich vorauszusehen gewesen, meinte Dr. Jenô Kaltenbach
und drückte seine Verwunderung aus, daß sich das Verfassungsgericht mit seiner Eingabe
aus dem Jahr 1999 zur Novellierung des Minderheitengesetzes noch nicht beschäftigt habe
In diesem Zusammenhang bemängelte SZDSZ-Parlamentsabgeordneter Fodor das Fehlen des
politischen Willens, das Minderheitengesetz zu modifizieren. Es sei nun Aufgabe von Regierung
und Parlament, die notwendigen Anträge bis Mai nächsten Jahres zu verabschieden. Der liberale
Politiker warnte vor einem Umschwung der minderheitenfreundlichen Stimmung der Bevölkerung
in eine eher intolerante Haltung gegenüber den Volksgruppen.

In der Diskussionsrunde wurde die ungleiche Behandlung der Minderheiten kritisiert.
Die ungarische Minderheit in den Nachbarstaaten scheint wichtiger zu sein, als die vergleichbaren
Volksgruppen hier im Lande. Auf eine Anfrage nach dem Zusammenhang zwischen
Verfassungsänderung und Auswirkung auf Nationalitäten hieß es, die zweite Fassung des
Antrages sollte den Landesselbstverwaltungen zur Begutachtung vorgelegt werden. Es ist ihr legitimes
Recht, einschlägige Papiere der Regierung zu studieren und sich dazu zu äußern. Sollte die Regierung
diesen Schritt versäumt haben, sei dies eine glatte Gesetzesverletzung, unterstrich Ombudsmann
Kaltenbach. Er kündigte die Untersuchung der Sache an.

Weitere Informationen:
Nr. 47 der Neuen Zeitung in Budpest
+36-(1)-302-67-84
neueztg@hu.inter.net

http://www.extra.hu/neuezeitung



PRESSEMITTEILUNG 2002-50


EBLUL veranstaltet Konferenz in Griechenland

FUEV-Vizepräsident Bela Tonkovic vertritt die FUEV

Vom 15. bis 17.11.2002 veranstaltet das Europäische Büro für
wenig gebrauchte Sprachen (EBLUL) eine Konferenz über die Förderung von
Minderheitensprachen in Thessaloniki, Griechenland. Neben den Vertretern
der verschiedenen Minderheiten Griechenlands, der Europäischen Kommission, des
Europarates und der Gesellschaft für bedrohte Völker wird auch
FUEV-Vizepräsident Bela Tonkovic, ein Kroate in Jugoslawien (siehe Foto)
zu den Teilnehmern zählen und am Freitagabend seine Grußworte sprechen.
Neben den allgemeinen europäischen Rahmenbedingungen wird auch besonders
die Situation der Minderheitensprachen in Griechenland selbst Thema
dieses Kongresses sein.



Die Veranstaltung wird mit einer Exkursion zu verschiedenen
Sprachminderheiten am Sonnabendnachmittag abgeschlossen.


Weitere Informationen:
http://www.eurolang.net
http://www.eblul.org



PRESSEMITTEILUNG 2002-49


»
Rahmenkonvention zum Schutz nationaler Minderheiten
befarf einer gründlichen Überarbeitung«
Romedi Arquint als Round Table Teilnehmer anläßlich einer EU-Konferenz in Kopenhagen

Auf Einladung des Dänischen Folketings fand vom 05./06.11.2002 eine Minderheitenkonferenz in
Kopenhagen statt. Im Rahmen einer Expertenrunde, bestehend aus Bertel HAARDER, dänischer
Minister für EU Angelegenheiten, Rolf EKEUS, OSZE-Hochkommissar für nationale Minderheiten,
Milos BUDIN vom Europarat, machte FUEV-Präsident Romedi ARQUINT darauf aufmerksam,
daß zur bevorstehenden Erweiterung der EU nicht mit zweierlei Maß gemessen werden darf.
ARQUINT kritiserte, daß die EU einerseits von den beitrittswilligen Staaten entsprechende
Minderheitenschutzmechanismen fordert, andererseits weiterhin zuläßt, daß Staaten wie
Frankreich und Griechenland keinerlei Maßnahmen unternehmen, ihre Minderheiten anzuerkennen.
Darüberhinaus sind nach ARQUINTS Meinung die geltenden Rechtsinstrumente wie das
Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten und auch die Europäische
Charta für Regional- oder Minderheitensprachen zu allgemein gefaßt und befürfen einer
gründlichen Überarbeitung zum Wohle der ethnischen Volksgruppen und nationalen Minderheiten in
Europa. ARQUINTS Rede im Wortlaut:
http://www.fuen.org/pages/deutsch/d_5c_2002.html



V.l..n.r.: Bertel Haarder, Rolf Ekeus, Milos Budin und Romedi Arquint

Im Namen der beiden FUEV-Mitgliedsorganisationen Bund deutscher Nordschleswiger und
Sydslesvigsk Foreining, dankte ARQUINT dem Vorsitzenden des Dänischen Parlaments, Ivar HANSEN
für das Zustandekommen zwischen Minderheitenvertretern und Parlamentariern der EU-Staaten wie der
Beitrittsländer.



Zur Konferenz, hatten sich rund 100 Parlamentarier und Minderheitenvertreter aus ganz Europa
eingefunden (siehe Foto oben). Lediglich die Vertreter Russlands waren der Konferenz ferngeblieben.
Das habe, so derVorsitzende des Ausschusses für Europäische Angelegenheiten, Claus Larsen-Jensen,
nichts mit dem Boykott Russlands Dänemarks aufgrund der kürzlich in Kopenhagen stattfindenden Tschetschenien-
Konferenz zu tun. Gründe für das Fernbleiben der russischen Delegation wurden nicht genannt.

Weitere Informationen:
http://www.folketinget.dk
http://www.nordschleswig.dk
http://www.sydslesvigsk-forening.de



PRESSEMITTEILUNG 2002-48


OSZE Konferenz: »
Die Rolle der bürgennahen Polizeiarbeit
bei der Vertrauensbildung in Minderheitengemeinschaften«
Dr. Koloman Brenner vertritt die FUEV 28.-29. 10. 2002 in Wien

Die OSZE-Konferenz mit dem Titel „Die Rolle der bürgennahen Polizeiarbeit bei der
Vertrauensbildung in Minderheitengemeinschaften“ widmete sich einem Thema, das
v.a. in einer Post-Konflikt-Situation wie z.B. auf dem Balkan zur Zeit hochaktuell ist.
Fast 30 Vertreter der OSZE-Staaten nahmen an der Konferenz in der Wiener Hofburg
teil. Leider konnten nur wenige NGO´s teilnehmen, dies wurde in der Diskussion auch angesprochen.
Die FUEV wurde von Dr. Koloman BRENNER (siehe Foto) vertreten, einem Deutschen aus Ungarn.



Zuerst stellte Roy Fleming aus Nordirland und Prof. Arie Bloed vom Budapester Open Society
Institut das Konzept der sog. „bürgernahen Polizeiarbeit“ vor. Das Ziel sei, das fehlende
Vertrauen z.T. wieder herzustellen, dabei soll die Polizei den ersten Schritt machen. Oft
ist die politische Färbung der Polizei in Ost-Mittel-Europa groß, so daß hier die Entwicklung
in Richtung einer professionellen Dienstleistungseinrichtung gehen sollte. Die häufig autoritäre,
patriarchalische Struktur der Polizei, die Mentalität der Polizisten muß geändert werden. An
Hand von Fallbeispielen aus Mazedonien, aus Rußland und der Bundesrepublik Jugoslawien
wurde klar, daß nicht einfach Modelle kopiert werden sollten. Die Umstrukturierung der Polizei
ist nur möglich, wenn sich die Politik und die gesamte Gesellschaft ändert.

Dr. BRENNER wies in seinem Diskussionsbeitrag darauf hin, daß es wichtig sei, mit Maßnahmen
der positiven Diskriminierung Angehörige von Minderheiten zu ermutigen, in die Verbände der
Polizei zu arbeiten. Des weiteren sollte in der Ausbildung von Polizisten ein besonderes
Augenmerk darauf gerichtet werden, daß Kenntnisse über die Kultur und Mentalität von
Minderheitenangehörigen vermittelt werden. Dr. Brenner betonte, daß oft Mißverständnisse bei
Polizeieinsätzen so entstehen, daß die Beamten manche Verhaltensmuster falsch deuten.

Dieser Prozeß der Umstrukturierung ist in den Ländern der OSZE wichtig, da die Einbindung in die
euroatlantischen Strukturen nur dann möglich sei, wenn davor die eigene Gesellschaft integriert
wurde. Dr. Robin Oakley aus Großbritannien hielt fest, daß in den ost-mittel-europäischen Staaten
und auf dem Balkan ein systematischer Rassismus herrscht und die Minderheiten als eine Art
Barometer hier funktionierten. Die Polizei kriminalisiert Minderheitenangehörige des öfteren, so
daß die Implementierung des neuen Konzepts dringend notwendig sei.



PRESSEMITTEILUNG 2002-47


Nationale Minderheiten auf Europäischer Tagesordnung
Parlamentarische Konferenz über Minderheitenfragen in Kopenhagen

Anläßlich der dänischen EU-Präsidentschaft veranstaltet das dänische Folketing vom
05.- 06. 11. eine parlamentarische Konferenz zum Thema "Minderheiten in der erweiterten
EU" in Kopenhagen. Die Konferenz legt ihren Schwerpunkt besonders auf folgende Punkte:



- Die Notwendigkeit einer gesicherten Harmonie in den Beziehungen zwischen Mehrheit
und Minderheiten

- Eine Diskussion der rechtlichen Standards der EU und des internationalen Rechts (z.B.
Kopenhagener Kriterien, Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten,
Europäische Charta zum Schutz von Regional- oder Minderheitensprachen)

- Eine Diskussion verschiedener Lssungsmodelle, z.B. dem deutsch-dänischen Abkommen (Bonn-
Kopenhagener Verträge).

Eingeladen sind neben Vertretern der FUEV auch Parlamentsvertreter aller EU-Mitgliedstaaten,
sowie der Beitrittskandidaten und der russischen Duma.

Am ersten Tag der Konferenz gibt es Beiträge vom Außenminister Dänemarks, Per Stig
MØLLER, vom FUEV-Präsidenten Romedi ARQUINT, vom OSZE Hochkommissar für
nationale Minderheiten, Rolf EKEUS und Rudolf BINDIG von der Parlamentarischen Versammlung des
Europarates.

Am zweiten Tag werden drei verschiedene Minderheitenmodelle vorgestellt: a) die Dänische Minderheit in
Deutschland und die deutsche Minderheit in Dänemark, b) die russische Minderheit in Estland und
c) die Slowenen in Österreich

Weitere Informationen:
http://
www.euo.dk/minority
http://www.fuen.org/pages/english/e_5a_2002.html



PRESSEMITTEILUNG 2002-46


Jugendkongress: »Europa in Bewegung - wo bleiben die Minderheiten«
Seminar der Jugend Europäischer Volksgruppen in Nordschleswig, Dänemark

Vom 31. Oktober bis zum 3. November findet auf dem Knivsberg in Nordschleswig,
Dänemark, das sechste sog. «Youth Leader Seminar« der Jugend Europäischer
Volksgruppen (
http://www.yeni.org) statt. Die JEV ist der größte
Zusammenschluss von Jugendminderheitenorganisationen in Europa. Zur Zeit
zählen 21 verschiedene Volksgruppen aus Gesamteuropa zu den Mitgliedern. An dem
jährlich stattfinden Youth Leader Seminar nehmen ca. 50 Jugendliche teil - unter
anderem werden Ungarn aus Rumänien, Kroaten aus Ungarn und Österreich,
Rätomanen aus der Schweiz, Deutsche aus Russland, Südtiroler aus Italien, Friesen
aus den Niederlanden, sowie Friesen, Sorben und dänische Südschleswiger aus
Deutschland erwartet.



Organisiert wird das diesjährige Treffen in Zusammenarbeit der JEV mit dem Deutschen
Jugendverband für Nordschleswig und der politischen und kulturellen Jugendorganisation
in Nordschleswig, den Jungen SPitzen (
http://www.jungespitzen.dk). Die Veranstalter haben
das Seminar unter das Motto: "Europa in Bewegung - wo bleiben die Minderheiten" gestellt. "Wir
verfolgen mit dem Seminar zwei Ziele. Wir möchten den Teilnehmern ein realistisches Bild der
Minderheitensituation in Dänemark bieten und die möglichen Hilfestellungen, die das sog.
Grenzlandmodell anderen Minderheiten bieten könnte, transportieren. Der zweite Punkt ist die
inhaltliche und organisatorische Weiterentwicklung der JEV als dynamisches, lebendiges
Minderheitennetzwerk", erklärt der Präsident der Jugend Europäischer Volksgruppen,
Jan Diedrichsen, Kiel (siehe Foto).



Neben den Erläuterungen zum deutsch-dänisch-friesischen Grenzregion und
der Arbeit an der eigenen Organisation, findet am Sonnabend, 2. November, die
JEV-Kulturnacht statt. Zur Musik der friesischen Jazzgruppe »
Da åntretemåntre« wird ein buntes
Rahmenprogramm geboten.

Das nächste Mal trifft sich die JEV zum sog. Osterseminar 2003 bei den Kärntner
Slowenen in Österreich.


Weitere Informationen:
http://www.yeni.org
http://www.jungespitzen.dk



PRESSEMITTEILUNG 2002-45


Gutes Abschneiden der Ungarndeutschen
bei Kommunal- und Minderheitenwahlen 2002

Am 20. Oktober waren 8,1 Millionen Wählerinnen und Wähler aufgerufen, Bürgermeister,
Gemeinderäte und Mitglieder der Komitatstage sowie Selbstverwaltungen der ungarländischen
Minderheiten zu wählen. Abgestimmt wurde in allen 3153 Gemeinden. Die Wahlbeteiligung lag bei 51
Prozent, etwa 5 höher als vor vier Jahren. In 1308 Ortschaften kam es zur Wahl von 1870
Minderheitenselbstverwaltungen. Die Gesamtzahl ihrer Kandidaten beläuft sich auf 14.780.
Unter ihnen sind 9500 Unabhängige, etwas mehr als 5000 wurden von Vereinen aufgestellt.
Im Vergleich zum Jahr 1998 gab es diesmal etwas mehr als 4300 Kandidaten. Von
ihnen waren 2007 Ungarndeutsche (1791 waren Unabhängige, die anderen wurden von
30 Vereinen nominiert).

Nach dem vorläufigen Endergebnis kann in 318 Gemeinden eine deutsche
Minderheitenselbstverwaltung gegründet werden. Im Vergleich: zwischen 1994 und
1998 gab es 164 solche Körperschaften. In der jetzt abgelaufenen Wahlperiode betrug
ihre Zahl 247. Voraussichtlich können 291 deutsche Minderheitenselbstverwaltungen (mit drei oder
fünf Abgeordneten) gegründet werden. In 11 Gemeinden können ein Drittel der gewählten
Abgeordneten eine kommunale Teil-Minderheitenselbstverwaltung ins Leben rufen, in 38
Gemeinden kann die Gemeindeselbstverwaltung gleichzeitig als Minderheitenselbstverwaltung
fungieren. Nach unseren Informationen erreichten ungarndeutsche Kandidaten insgesamt 453
Mandate in den Gemeinde- oder städtischen Selbstverwaltungen. Ihre Zusammensetzung sieht
wie folgt aus:

Bürgermeister in Ortschaften unter 10 000 Einwohnern: 35
Abgeordnete in Ortschaften unter 10 000 Einwohnern: 382
Abgeordnete in Ortschaften über 10 000 Einwohner: 36

Es gibt jeweils einen deutsch-slowakischen, deutsch-polnischen und deutsch-Zigeuner Abgeordneten.
Die Zahl der gewählten Mitglieder der Deutschen Minderheitenselbstverwaltungen stand bei
Redaktionsschluß noch nicht zur Verfügung. Es gibt auch Überschneidungen. In Nadasch
beispielsweise, wo Parlamentsvizepräsident Franz Wekler Bürgermeister wurde, sind alle fünf
Mitglieder der deutschen Selbstverwaltung gleichzeitig Abgeordnete der Gemeindeselbstverwaltung.
Damit stehen die Ungarndeutschen an zweiter Stelle unter den einheimischen Volksgruppen.
Die meisten Selbstverwaltungen - 547 - können die Zigeuner gründen. Sie traten in 1053 Ortschaften an.
Das vorläufige Endergebnis wird erst nach Ablauf verschiedener Fristen etwa Donnerstag
oder Freitag vorliegen, informierte die Leiterin des Büros der Landeswahlbehörde, Emilia
Rytkó, dem Redakteur der Albin Lukács »Neue Zeitung Budapest«.

Weitere Einzelheiten sowie ein ausführliches Interview mit Otto Heinek erteilt die Neue Zeitung
(siehe unten)

Weitere Informationen:
Nr. 43 der Neuen Zeitung in Budpest
+36-(1)-302-67-84
neueztg@hu.inter.net

http://www.extra.hu/neuezeitung



PRESSEMITTEILUNG 2002-44


»Friisk Harfsthuuchschölj«: Friesisch von morgens bis abend
Friesische Herbsthochschule in der dänischen Heimvolkshochschule in Jarplund

Ein vor allem bei Kindern und Jugendlichen lange herbeigesehnter Termin ist jedes Jahr
die Friesische Herbsthochschule der Foriining for nationale Friiske, auf friesisch: Friisk
Harfsthuuchschölj. So auch dieses Jahr. Mit Beginn der Herbstferien versammelten
sich wieder knapp 50 Teilnehmer zu einer fünftägigen friesischen Begegnung für
Jung und Alt. Die inzwischen 15. Harfsthuuchschölj fand vor wenigen Tagen in der
dänischen Heimvolkshochschule in Jarplund statt . Ein wie immer abwechslungsreiches
Programm bot diesmal u.a. die Produktion von Info-Tafeln, einen Mal- und einen Gitarrenkursus,
Filmvorführungen und friesisches Puppentheater. Musik und handwerkliche Aktivitäten
wie Nähen oder das Arbeiten mit Holz gehören inzwischen zum Standardangebot.
Eine Schnitzeljagd und ein Laternenumzug rund um die Jaruplund Højskole sowie ein
Vortrag von Antje Arfsten vom Nordfriisk Instituut (http://www.nordfriisk-instituut.de)
Über die Bordelumer Rotte rundeten das Programm ab.



"Mit der Friesische Herbsthochschule hat die friesischen Spracharbeit neue Impulse bekommen",
davon ist der Vorsitzende der Foriining, Jörgen JENSEN HAHN (siehe Foto) , der mit seiner jüngsten
Tochter auch zu den Teilnehmern zählte, fest überzeugt: “Für viele Kinder, Jugendliche und Eltern
ist die Friesische Herbsthochschule zu einem festen Termin im Kalender geworden, der auch
für 2003 schon notiert werden kann. Die Herbsthochschule ist ein sehr deutliches Beispiel
für unseren ganzheitlichen Ansatz in der friesischen Spracharbeit. Hier begegnen sich Bereiche
wie Schule, Freizeitgestaltung und Erwachsenenbildung auf ganz natürliche Weise."


Weitere Informationen:
Foriining for nationale Friiske

http://www.friiske.de



PRESSEMITTEILUNG 2002-43


11. Ostseeparlamentarierkonferenz in St. Petersburg
FUEV-Vizepräsident Hans Heinrich Hansen vertrat die FUEV vom 30.09. - 01.10.2002

»Die Minderheiten müssen gerade jetzt, nach der Unabhängigkeit der ehemaligen GUS-Staaten,
auch in den Ländern des Ostseeraums stärker berücksichtigt werden", meint Hans
Heinrich Hansen (siehe Foto). Er war erstmals als Vertreter der FUEV als Beobachter zusammen mit den
Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus Schleswig-Holstein unter Leitung
von Landtagspräsident Heinz-Werner Arens bei der 11. Ostsee - Parlamentarierkonferenz
in St. Petersburg, die vom 30. September bis zum 1. Oktober stattfand.
An der Konferenz nahmen rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus
den Ostsee-Anrainerstaaten teil.



»Europa bewegt sich nach dem Fall der Mauer. Zehn neue Länder werden voraussichtlich
bald Mitglied der EU, und alle diese Staaten haben Minderheiten. Die Länder im Baltikum
etwa haben seit ihrer Unabhängigkeit erhebliche Umbrüche erlebt. Mehrheiten wurden
zu Minderheiten und umgekehrt. Wenn sie nicht zu einem friedlichen und freundlichen
Miteinander finden, kann es in diesen Ländern, auf die wir große Hoffnungen setzen, zu
Schwierigkeiten kommen," sagte Hans Heinrich Hansen im Anschluss an die
Konferenz.

Der schleswig-holsteinische Landtagspräsident Heinz-Werner Arens hatte erklärt,
dass das Fundament, auf dem die Zusammenarbeit im Ostseeraum
gründet, die Philosophie der Annäherung und des Wachstums von unten sei.
"Wenn diese Basis nicht überall stabilisiert wird", so Heinz-Werner Arens, "gerät die ganze Statik
ins Wanken."
Hans Heinrich Hansen meint dazu: "Wir als Minderheitenorganisation hören
ja mitunter das Gras wachsen, weil wir uns die Welt quasi von unten
anschauen, und wir sehen es als unsere Aufgabe an, frühzeitig
Entwicklungen aufzuzeigen, die ein friedliches Miteinander stören
könnten. Dass die Minderheitenfragen in Ländern, die sozial und
politisch nicht so abgesichert sind wie wir hier im deutsch - dänischen
Grenzland, ein erhebliches Konfliktpotential in sich bergen, hat sich ja
zuletzt im ehemaligen Jugoslawien gezeigt.
Wo wir mit unserem Wissen und unserem Verständnis von Minderheiten
helfen können, helfen wir."

Die Teilnahme der FUEV an der Ostsee- Parlamentarierkonferenz (Baltic
Sea Parliamentary Conference, BSPC) ist nach den Worten von Hans
Heinrich Hansen außerordentlich wichtig, um den Gedanken der Vielfalt
der Regionen in einem vereinten Europa zu untermauern.
"Die Parlamentarier haben natürlich auch andere Probleme als
Minderheitenfragen zu klären, aber ohne die Minderheiten ist Europa nur
ein Torso. Immerhin gehört jeder 7. Bürger und jede 7. Bürgerin in
Europa einer Minderheit an. Sie zu vernachlässigen, wäre sträflicher
Leichtsinn. Deshalb sind wir sehr froh, dass Schleswig-Holstein die
Initiative ergriffen hat und wir nicht zuletzt durch den Einsatz von
Landtagspräsident Heinz-Werner Arens, Beobachterstatus bei der Ostsee-
Parlamentarierkonferenz erhalten konnten."

Auf der Ostsee- Parlamentarierkonferenz hatten der Vorsitzende des Rates
der Föderation, Sergey Mironov, der Vorsitzende der Russischen Duma,
Gennady Seleznev, der
Vorsitzende der Ratsversammlung von St. Petersburg, Sergey Karasov
und der Gouverneur von St. Petersburg, Vladimir Yakovlev die
besondere Minderheitensituation in den baltischen Staaten Estland,
Lettland und Litauen erwähnt.

Weitere Informationen:
Bund deutscher Nordschleswiger
http://www.nordschleswig.dk



PRESSEMITTEILUNG 2002-42


FUEV-Kongreß in Subotica als pdf-Format erhältlich
47. FUEV-Nationalitätenkongreß vom 08-12 Mai 2002 in Subotica / Jugoslawien

Vom 09.-11. Mai 2002 führte die FUEV ihren 47. Nationalitätenkongreß und ihre obligatorisch

Delegiertenversammlung in Subotica / Vojvodina durch. Entsprechende Tagung ist
ab sofort als Dokumentation im sog. pdf-Format erhältlich:

http://www.fuen.org/pdfs/20020927DOKU_SUBOTICA.pdf



PRESSEMITTEILUNG 2002-41


OSCE-Implementierungskonferenz 2002 in Warschau
Richard Donitza vertrat die FUEV am 11. September 2002 zum Thema Minderheiten

Unter dem Thema „Toleranz und Nichtdiskriminierung“ behandelten die
Teilnehmer der OSZE Implementierungskonferenz 2002, am 11. September 2002 die nationalen
Minderheiten Europas. Mehrere NGOs und Regierungsvertreter Europas und
der USA gaben kurze Statusberichte über die jeweilige Situation der
Volksgruppen und nationalen Minderheiten der jeweiligen Länder.

Die FUEV war durch den Geschäftsführer der Sozial-Kulturellen Gesellschaft
der Deutschen im Oppelner Schlesien und Vizevorsitzender des Oppelner Sejmik
(deutsche Minderheit in Polen
http;//www.vdg.pl) Richard DONITZA (siehe Foto) vertreten.



Gerade Regierungsvertreter bewerteten den momentanen Minderheitenschutz ihrer
Staaten als zufriedenstellend, leider konnte hier aber aufgrund des eng
begrenzten Zeitraumes keine nähere Vertiefung stattfinden, so daß ein
Austausch zwischen NGOs und Regierungsvertretern kaum möglich war. Im
Anschluß beschäftigte sich die Konferenz speziell mit den Problemen der
Sinti und Roma. Sämtliche Redner waren sich hier einig über die
unakzeptable Lebenssituation dieser Volksgruppe.

»Ansätze zu neuen Konzepten wurden jedoch kaum besprochen und positive Entwicklungen in
bestimmten Staaten, die als Muster dienen könnten, wurde mangels Zeit nicht
ausführlich genug dargestellt«, kritisierte DONITZA.




PRESSEMITTEILUNG 2002-40


EBLUL feiert sein 20-jähriges Bestehen und den Europäischen Tag der Sprachen

Das Wissen der Europäer um weniger verbreitete Sprachen hat in den letzten zwanzig Jahren
zugenommen, erklärt Bojan Brezigar, Präsident des EBLUL, überzeugt. ’Aber es gibt da
noch viel zu tun, weil Europa noch weit von einer praktischen Umsetzung der in der Charta
der Grundrechte der Europäischen Union festgelegten Grundsätze entfernt ist.’

In die Zukunft blickend sagt Brezigar, dass es das erklärte Ziel des Büros für Sprachminderheiten
sei, im Schutz und der Förderung von Regional- oder Minderheitensprachen einen
Mindeststandard zu erreichen, in dem die Grundsätze der sprachlicher Vielfalt umgesetzt
werden. ’Auch wenn wir wissen, dass die Situation von Staat zu Staat, aber auch von
Sprachgemeinschaft zu Sprachgemeinschaft unterschiedlich ist, sind wir der Auffassung,
dass ein allgemeines Grundverständnis in dieser Angelegenheit nötig ist. Um dieses Ziel zu
erreichen sollte die EU einige Kompetenzen erhalten, und es sollte eine klare rechtliche Basis
für Regional- und Minderheitensprachen geschaffen werden,’ erklärt Brezigar.

Dass EBLUL den heutigen Tag gewählt hat, ist kein Zufall. Er fällt mit dem Europäischen
Tag der Sprachen (26. September) zusammen, welcher im letzten Jahr vom Europarat als
jährliches Ereignis ausgerufen wurde. Die Entscheidung die Sprachenvielfalt nun jährlich
zu feiern begründet der Europarat mit dem Enthusiasmus, mit dem dieser Tag bzw. das
ganze Europäische Jahr der Sprachen 2001 begangen wurde.

’Wir schätzen es sehr, dass sprachliche Vielfalt nicht nur in der Europäischen Union gefeiert wird,
sondern in allen 45 Mitgliedstaaten des Europarates,’ erklärt Markus Warasin, Generalsekretär
von EBLUL. ’Es ist eine gute Bestätigung für das Motto von EBLUL: ’Einheit in der Vielfalt’.
Es zeigt auch, dass Sprachenvielfalt ein bedeutendes Erbe für alle Europäer ist und nicht
nur für die Sprecher von Minderheitensprachen.’

Weitere Informationen:
EUROPEAN BUREAU FOR
LESSER USED LANGUAGES (EBLUL)
http://www.eblul.org



PRESSEMITTEILUNG 2002-39


Repräsentation der Minderheiten -
Formen und Strukturen einer Interessenvertretung
Jahrestagung der slawischen Minderheiten in der FUEV
vom 10. - 14. Oktober 2002 in Bautzen/Budysin im Serbski Dom/ Haus der Sorben

Der Bund der Lausitzer Sorben »Zwjazk Luziskich Serbow Domowina« organisiert das
diesjährige Minderheitenseminar für slawische Minderheitenorganisationen in der FUEV.
Diese Treffen widmen sich stets wechselnden Themen und werden entsprechend ausgewertet.
Das diesjährige Haupthema widmet sich dem Thema »Repräsentation der Minderheiten - Formen und
Strukturen einer Interessenvertretung«. Die Tagung wird vom Vorsitzenden der Domowina, Herrn
Jan NUCK und vom FUEV-Vizepräsidenten Dr. Ludwig ELLE eröffnet. Neben Vorträgen und Seminaren
zum genannten Thema sind auch Vorträge von Vertretern aus der Politik sowie ein Empfang beim
Oberbürgermeister der Stadt Bautzen/Budysin, Herrn Christian SCHRAMM, geplant. Sorbische Kirmes/Serbska kermus werden durch kulturelle Darbietungen der Gäste mitgestaltet.
Das Seminar endet mit einem Schlußwort von FUEV-Präsident Romedi ARQUINT.

Die Tagung endet nach einem sorbisch-katholischen Gottesdienst und Stadtführung durch
die Altstadt BautzenBudysin mit der Festveranstaltung zum 90. Gründungstag der Domowina in der
Lausitzhalle in Hoyerswerda, zu der sich u.a. auch der Innenminister der Bundesrepublik
Deutschland, Otto SCHILY, der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Prof. Dr. Georg
MILBRADT und der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias PLATZECK
angekündigt haben.

Es werden Personen aus Österreich, Estland, Litauen, Lettland, Deutschland, Ungarn, Slowakei,
Ukraine, Jugoslawien und Tschechien erwartet.

Weitere Informationen:
Zwjazk Luziskich Serbow Domowina
Postplatz 2
D - 02625 Bautzen / Budysin
Domowina@t-online.de
http://www.sorben-wenden.de



PRESSEMITTEILUNG 2002-38


Länderübergreifender Radioverband eingerichtet
Hörfunkredaktionen aus Rumänien, Ungarn und Serbien gründen Radioverband »Funkforum«

Am 16. September 2002 wurde im rumänischen Timisoara/Temeswar der länderübergreifende
Radioverband "Funkforum" eingerichtet. Er besteht aus Hörfunkredaktionen aus Rumänien,
Ungarn und Serbien. Vorsitzende des Vereins ist die junge Redakteurin von Radio Temeswar,
Ingrid SCHIFFER.

Dem Verein gehören sieben Redaktionen aus Rumänien, einer Redaktion aus Ungarn
sowie das deutsche Programm von Radio Subotica an. Vorbereitet wurde die Vereinsgründung
seit März 2001. Vor der offiziellen Gründung praktizierten die beteiligten Redaktionen bereits
einen regen Austausch von Beiträgen.

Die Arbeit des Vereins soll in Bälde auch auf Kroatien ausgedehnt werden, wo in der Stadt
Essegg/Osijek ebenfalls der Start einer deutschen Sendung geplant wird.
An der Feierlichkeit in Temeswar nahmen auch Otto HEINEK, Vorsitzender der
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Klaus-Peter MARTE, der Konsul der
Bundesrepublik Deutschland in Temeswar, und Ovidio GANT, Unterstaatssekretär im
Bukarester Ministerium für Informationsarbeit, teil.

Weitere Informationen:
Nr. 37 der Neuen Zeitung in Budpest
+36-(1)-302-67-84
neueztg@hu.inter.net

http://www.extra.hu/neuezeitung



PRESSEMITTEILUNG 2002-37


»Medienprojekte deutschsprachiger Volksgruppen in Europa«
FUEV-Präsidium beim XIII Volksgruppenkongreß in Kärnten

Vom 12. - 14. September 2002 veranstaltete das Volkgruppenbüro des Landes Kärnten
zusammen mit dem Carinthian Institute for Ethnic Minorities
(www.cifem.at) und der EeBA (European
Ethnic Broadcasting Association) den XIII. Europäischen Volksgruppenkongreß.Unter den zahlreichen

Vertretern der unterschiedlichen Minderheiten und Volksgruppen waren auch
Präsident Romedi ARQUINT, die Vizepräsidenten Dr. Ludwig ELLE, Dr. Bruno HOSP, Bela
TONKOVIC und Sekretär Gary FUNCK als Vertreter der FUEV anwesend.

Der Kongreß stand unter dem Thema "Medienprojekte deutschsprachiger Volksgruppen in Europa" und
richtete sich in erster Linie an Journalisten aus der Mehrheits- wie Minderheitenbevölkerung aus West-,
Mittel- und Osteropa.

FUEV-Präsident Romedi ARQUINT, der bereits am 11. September 2002 in Tainach/Kärnten einen

Vortrag zum österreichischen Ortstafelgesetz gehalten hatte (diese Rede ist im FUEV-Generalsekretariat
zu beziehen), stellte in einer Diskussionsrunde die Position der FUEV zur Mediensituation dar:
»Grundsätzlich gibt es in Europa noch keine Ideallösung. Es muß immer wieder neu diskutiert und
erörtert werden, wie man bestehende Situationen weiter verbessern könne.« Nach ARQUINTS
Meinung, ist es für Minderheiten und Volksgruppen ratsam, sich auf die neuen Medien zu
konzentrieren und zu versuchen, sich in diesen Bereichen zu etablieren.

Unabhängig davon begrüßte der Volksgruppensprecher im ORF-Publikumsrat, Reginald VOSPERNIK, ab

2003 Sendungen im Rundfunkbereich für Roma, Slowaken und Tschechen anzubieten. Der notwendigen
Zustimmung der ORF-Gremien vorausgesetzt, sollen nun auch die Roma im Burgenland,
die Slowaken und die Tschechen in den ORF-Programmen berücksichtigt werden.

Dagegen sprachen sich sowohl ARQUINT und als VOSPERNIK gegen die Einstellung des slowenischen Privatsenders Radio Dva aus.




Die zehnjährige Geschichte des "Kulturvereins Österreichischer Roma" stand
im Mittelpunkt einer Ausstellung, die zum Auftakt des XIII. Europäischen Volksgruppenkongresses
im Foyer der Fachhochschule Technikum Kärnten, eröffnet wurde. Österreich ist bisher das einzige
EU-Land, das die Sinti und Roma seit 1993 als Volksgruppe politisch anerkannt hat.
Auf dem Foto von links nach rechts: Bela Tonkovic, Dr. Bruno Hosp,
DDr. Karl Anderwald (Vorsitzender des CIFEM`s), Romedi Arquint, Dr. Ludwig Elle und Gary Funck.



PRESSEMITTEILUNG 2002-36


Europarat integriert NGO Repräsentanten aus Mittel- und Osteuropa in seine Arbeit
Arbeitsbesuch von NGO-Vertretern aus Mittel- und Osteuropa vom 21.-26. September 2002 in Strasbourg

Im Rahmen eines Besuchsprogramms osteuropäischer nichtstaatlicher Organisationen (NGO`s) in
Strasbourg zwecks Informationsschulung verschiedener Einrichtungen des Europarates wird die FUEV
von Frau Leila SULEIMANOVA vom Public Movement “Multinational Georgia” vertreten.
Die Veranstaltung wird vom Liaison Committee of INGOs, dem NGOs Unit, NGO Civil Society Division,
und dem Directorate General für politische Angelegenheiten organisiert.



Ziel der Veranstaltung ist
Information über die Arbeit des Europarates,
Information über die Paralmentarische Versammlung des Europarates und dem Kongreß der Gemeinden
(CLRAE),
Information über die Arbeit der INGOs’ im Europarat und die
Integration der NGO Repräsentanten aus Mittel- und Osteuropa in diese Arbeit.

Frau SULEIMANOVA wird von den beiden FUEV-Vertretern beim Europarat, FUEV-Präsident Romedi
ARQUINT und Per LE MOINE begleitet.




PRESSEMITTEILUNG 2002-35


FUEV-Seminar als pdf-Format erhältlich
FUEV- Seminar in Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holsteinischen Landtag und der Europäischen
Akademie Sankelmark vom 13./14. 06. 2002 in Sankelmark als pdf-Format erhältlich

In Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holsteinischen Landtag und der Europäischen Akademie
Sankelmark veranstaltete die FUEV ein zweitägiges Seminar über kleine Volksgruppen ohne sog.
»Kin-State« im Hintergrund (siehe auch Pressemitteilung Nr. 24 und 27). Entsprechende Tagung ist
ab sofort als Dokumentation im sog. Pdf-Format erhältlich:

http://www.fuen.org/pdfs/20020814DOKUSankelmark.pdf
http://www.fuen.org/pdfs/20020614Saami_Sara.pdf



PRESSEMITTEILUNG 2002-34


Jugendvertreter der Kosovo-Albaner und Serben begegnen sich
OSZE Seminar vom 30.08. - 02.09.2002 in Subotica

Unter der Schirmherrschaft der OSZE trafen sich zum ersten Mal Vertreter aus unterschiedlichen
nichtstaatlichen Jugendorganisationen aus Serbien und dem Kosovo. Thema des dreitägigen
Seminars war die Überwindung des Kriegstraumas und die Möglichkeiten der Jugend, zu
einem friedlichen Zusammenleben aller ethnischer Gemeinsachften im Kosovo beizutragen.

Der Vizepräsident der FUEV und gleichermaßen Vizebürgermeister der Stadt Subotica,
Bela TONKOVIC begrüßte die ca. 40 Teilnehmer und wies auf die Erfahrungen Suboticas als
multiethische Stadt, sowie die Provinz Vojvodina als multiethnische Region hin, in der es gelungen ist,
den Jugendlichen ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Gesinnung zu gewährleisten.
Darüber hinaus wurden die Teilnehmer über das Wirken und die Arbeit der FUEV eingeführt. -
insbesondere über die Vermittlerrolle der FUEV in Konfliktsituationen.

Die OSZE als Hauptveranstalter führte die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für
Regionalismus / Novi Sad durch. Die Seminarteilnehmer nahmen u.a. an verschiedenen Veranstaltungen
der Stadt Subotica teil, wobei alle Volksgruppen der Stadt zusammen auftraten. Die meisten Veranstaltungen wurden mehrsprachig durchgeführt.



PRESSEMITTEILUNG 2002-33


Deutsche Minderheiten aus bis zu 22 Staaten in Sankelmark

Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in der FUEV vom
10. - 13. Oktober 2002 in der Europäischen Akademie Sankelmark http://www.eash.de

Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) trifft sich in diesem Jahr zum zwölften Male. Auf Initiative des Bundesministerium des Innern handelt es sich um eine 1991 in Budapest gegründete informelle Arbeitsgemeinschaft, die alle Organisationen vereint, die in der FUEV, dem Dachverband der nationalen Minderheiten und traditionellen Volksgruppen in Europa, zusammengeschlossen sind und sich als Verbände deutscher Minderheiten betrachten.

Im Zentrum der diesjährigen Tagung steht die Fragebogen-Auswertung der FUEV-Mitgliedorganisationen
zum Umsetzungsstand des Rahmenübereinkommens des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten (RÜ)

Es werden bis zu 60 Teilnehmer aus 22 Staaten erwartet.


Aktuelles Programm

Donnerstag,
10. 10. 2002
Anreise der Teilnehmer
ab 18.00 h Abendesssen
20.00 h Begrüßung, Einführung in die Tagung / Grußworte
FUEV, Vizepräsident Hans Heinrich HANSEN
Bundesministerium des Innern, Head of Section, Dr. Detlev REIN
Minderheitenbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Renate SCHNACK
Europäische Akademie Sankelmark, Direktor Dr. Rainer PELKA
Die Zukunft der nationalen Minderheiten in der
Region Schleswig/Sønderjylland
Eine gemeinsame Vortragsreihe der Europäischen Akademie
und der Jaruplund Højskole
Heinrich SCHULTZ, Vorsitzender des Sydslesvigsk Forening
Hans Heinr. HANSEN, Vorsitzender des Bundes deutscher Nordschleswiger
Freitag,
11. 10. 2002
I. Exkursion ins deutsch-dänisch-friesische Grenzgebiet
08.00 h Frühstück
09.00 h Fahrt nach Tønder/Tondern (Dänemark)
10.00 h Besuch der Ludwig Andresen Schule in Tondern
Vorstellung der Schule: Schulleiter Christian KIER
mit anschließender Besichtigung
11.30 h Mittagessen mit anschließendem Stadtbummel
14.00 h Weiterfahrt nach Leck
14.30 h Besuch der dänischen Kirche in Leck
Vorstellung der Dansk kirke i Læk/Sydslesvig: Jens BODDUM
mit anschließender Besichtigung
15.30 h Weiterfahrt nach Bredstedt/Bräist
16.15 h Besuch des Nordfriisk Instituuts http://www.nordfriiskinstituut.de
Vorstellung des Instituts, Institutsdirektor Prof. Dr. Thomas STEENSEN
17.30 h Weiterfahrt nach Sankelmark
18.30 h Abendessen in der Europäischen AkademieSankelmark
20.00 h Musikalischer Beitrag
Da åntretemåntre (friesischer Jazz)
Samstag,
12. 10. 2002
II. Auswertung der Fragebogen Ergebnisse
08.00 h Frühstück
09.00 h Vorstellung der Fragebogen-Auswertung zum Umsetzungsstand des
Rahmenübereinkommens des Europarates zum Schutz nationaler
Minderheiten (RÜ)
Die Ergebnisse liegen voraussichtlich erst Mitte September vor.
Spätestens dann werden Schwerpunkte bzw. Arbeitsgruppen eingerichtet.
dazwischen Kaffeepausen & Mittagessen
19.00 h Abendessen
Sonntag,
13. 10. 2002
Abreise nach dem Frühstück



PRESSEMITTEILUNG 2002-32


Auswertung zum Schutz nationaler Minderheiten
Fragebogen an die FUEV-Mitgliedsorganisationen

Entsprechend einer Auswertung der Ergebisse der Charta der Regionalen oder Minderheitensprachen schicken die FUEV-Migliedsorganisationen in nächster Zeit einen Fragebogenkatalog an das FUEV-Generalsekretariat. Gemäß Beschluß der letzten Päsidiumssitzung (siehe Pressemitteilung Nr. 2002-30) möchte das FUEV-Präsidium erfahren, welche Resultate durch die Ratifizierung der Konvention zum Schutze der nationalen Minderheiten erreicht wurden. Die Ergebnisse dieser Fragebögen werden ausgewertet und entsprechend auf der Internetseite der FUEV veröffentlicht werden.



PRESSEMITTEILUNG 2002-31


Jugend 2002 besucht FUEV

Im Rahmen der dänischen EU-Ratspräsidentschaft gibt es ein Projekt mit dem Namen Youth 2002.
Das Projekt bestehend aus 1000 Jugendlichen aus den EU- und EU beitrittswilligen Staaten sowie dem Balkan. Die Jugendlichen verteilen sich auf 13 sog. Volkshochschulen in Dänemark. Das Seminar begann am 30. Juni 2002 in Kopenhagen und endet am 13. Juli 2002.

Drei Repräsentanten aus Lettland, Italien und der Türkei (siehe Foto) besuchten das FUEV-Generalsekretariat und wurden von Frank Nickelsen, Geschäftsführer der FUEV, über die Arbeit und das Wirken der FUEV eingeführt.

Die Youth 2002-Vertreter sind in der Volkshochschule Rønshoved untergebracht. Die Volkshochschule Rønshoved befindet sich in der deutsch-dänischen Grenzregion, die von vielen Kriegen und Konflikten geprägt war. Heute ist diese Region charakteristisch für die deutsche, frisische und dänische Minderheit, die alle friedlich nebeneinander leben.

Weitere Information zu Youth 2002
http://www.youth2002.org



v.l.n.r.: Aleksanders Rzavins (Russe in Lettland), Elisabeth Alber (Südtirol / Italien) und Hakan Ener (Türkei)



PRESSEMITTEILUNG 2002-30


48. FUEV-Nationalitätenkongreß 2003 in Südtirol
FUEV-Präsidiumssitzung am 06. Juli 2002 in Bozen

Das FUEV-Präsidium (siehe Foto) traf sich vor wenigen Tagen zu einer FUEV-Präsidiumssitzung in Bozen. Es wurde einstimmig beschlossen, den nächsten FUEV-Nationalitätenkongreß vom 29. bis 31. Mai 2003 in Bozen/Bolzano Südtirol durchzuführen. Weitere Einzelheiten zu diesem Kongreß werden demnächst veröffentlicht.
Fragebogen an die FUEV-Mitgliedsorganisationen
Entsprechend einer Auswertung der Ergebisse der Charta der Regionalen oder Minderheitensprachen möchte das Präsidium erfahren, ob und welche positiven Resultate durch die Rratifizierung der Konvention zum Schutze der nationalen Minderheiten erreicht wurden. In wenigen Tagen wird ein Fragebogen an die Mitgliedsorganisationen verschickt. Die Ergebnisse dieser Fragebögen werden ausgewertet und entsprechend auf der Internetseite der FUEV veröffentlicht werden.

Schaffung eines FUEV-Preises sowie einer FUEV-Expertengruppe
Weitere Tagesordnungspunkte waren die Schaffung eines FUEV-Preises für
Verdienste zum Wohle der nationalen Minderheiten sowie die Bestellung einer FUEV-Expertengruppe, die sich speziell den Minderheitenangelegenheiten widmet.

Gespräche in Südtirol
FUEV-Präsident Romedi Arquint nutzte obige Sitzung in Südtirol auch zu Gesprächen mit dem Vizepräsidenten der Region Trentino-Südtirol, Herrn Dr. Richard Theiner sowie mit Dr. Markus Warasin, Generalsekretär des European Bureau for Lesser Used Languages.



Von links nach rechts:
Vizepräsident Dr. Bruno Hosp (Südtiroler in Italien), Präsident Romedi Arquint (Rätoromane in der Schweiz), Vizepräsident Bela Tonkovic (Kroate in Jugoslawien), Joseph Komlóssy (
ein in der Schweiz lebender Vertreter für die ungarischen Minderheiten in Mitteleuropa) sowie Dr. Ludwig Elle (Sorbe in Deutschland).
Auf dem Bild fehlt Vizepräsident Hans Heinrich Hansen (Deutscher in Dänemark)



PRESSEMITTEILUNG 2002-29


Mescheten treten in Hungerstreik

Etwa 200 Personen von den 68 meschetischen Familien, die in den Dörfern Kievskoye, Krymski District und Krasnodar Kray in der Russischen Föderation leben, sind seit dem 22. Juni 2002 in Hungerstreik getreten. Sie protestieren gegen die Politik der Ämter und Behörden in dieser Region.
Laut Pressemitteilung des Novorossiysk Human Rights Committee hat die UN Hochkommissarin für Flüchtlinge sich entschieden, einen bevollmächtigten UNO-Repräsentanten nach Kuban (Krasnodar Kray), zu entsenden.

Pressemitteilung der Novorossiysk Human Rights Committee vom 22. Juni 2002

Weitere Einzelheiten
Matvey Borsuk,
tel.: 681-7-611-070, fax: 681-7-610-610
E-mail: pressankph@rambler.ru
http://www.kpd.nvrsk.ru/monit.htm




PRESSEMITTEILUNG 2002-28


FUEV und MRG schlagen UNO vor, einen Hochkommissar für nationale Minderheiten
einzusetzen
FUEV-Vicepräsident Joseph Komlóssy in Genf

Im Rahmen der 08. Sitzung der UNO - Arbeitsgruppe Minderheiten empfahlen Ende Mai 2002 die Minority Rights Group/London (http://www. minorityrights.org) sowie eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen (NGO`s) - u.a. auch die FUEV - einen UNO-Hochkommissar für nationale Minderheiten einzusetzen, zum Wohle der nationalen Minderheiten.
Dieser Kommissar sollte derart mandatiert sein, bei Konflikten in denen nationale Minderheiten involviert sind, vorbeugend zu intervenieren. Desweiteren sollte jener Hochkommissar den internationalen Dialog und die Zusammenarbeit der Staaten nebst dazugehörender Minderheiten pflegen und dem UN-Generalsekreär eine Art Frühwarnsystem bereitstellen.




PRESSEMITTEILUNG 2002-27


Zukunftsorientierte Minderheitenpolitik gefordert
FUEV- Seminar in Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holsteinischen Landtag und der Europäischen
Akademie Sankelmark vom 13./14. 06. 2002 in Sankelmark

In Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holsteinischen Landtag und der Europäischen Akademie Sankelmark veranstaltete die FUEV ein zweitägiges Seminar über kleine Volksgruppen ohne sog. »Kin-State« im Hintergrund (siehe auch Pressemitteilung Nr. 24). Die Tagung setzte sich aus 3 Hauptteilen zusammen: Den Auftakt bildete eine Podiumsdiskussion (siehe Foto unten )unter der Leitung von Akademiedirektor Dr. Rainer Pelka.



Dr. Ludwig Elle (FUEV-Vizepräsident und Vertreter der Sorben) stehend; eröffnete die Tagung. Weitere Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren: Dr. Alexander Morawa (European Centre for Minority Issues), Hans-Heinrich Hansen (FUEV-Vizepräsident und Vertreter der deutschen Minderheit in Nordschleswig / DK), Dr. Brunon Synak (Vizepräsident des Sejmik der Wojewodschaft Pommern und Vertreter der Kaschuben), Rolf Fischer (Mitglied des schleswig-holsteinischen Landtages, Vorsitzender des Europaausschusses), Ulrich Bohner (Kongress der Gemeinden und Regionen Europas) und Lars Harms (Mitglied des schleswig-holsteinischen Landtages und Vertreter der Nordfriesen).

Im Laufe der Diskussion erklärten sich alle Beteiligten einig über die hohe Bedeutung der europäischen Einigung für die Entfaltung der kleinen Sprachen und Kulturen. Hierin sah besonders Dr. Bruno Synak aus Polen eine große Chance für die Kaschuben in der Wojwodschaft Pommern. Hierbei sei es aber wichtig, die jeweilige Mehrheitsbevölkerung für die Belange der Minderheiten zu sensibilisieren und Entscheidungen nur unter Einbeziehung beider Gruppen, Mehrheit und Minderheit, zu treffen. In diesem Zusammenhang unterstrich besonders Rolf Fischer vom schleswig-holsteinischen Landtag die Forderung nach einer langfristig ausgelegten, zukunftsorientierten Minderheitenpolitik auf der Basis einer gößeren Akzeptanz auch in der Mehrheitsbevölkerung. Lars Harms wies abschließend darauf hin, daß auch die Minderheiten Verdienste erbringen, von denen die Mehrheit profitiert.
In einem anschließenden Vortrag erläuterte Frau Prof. Dr. Dr. Oksaar vom Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft die Vorteile der mehrsprachigen Erziehung, bevor Landtagspräsident Heinz Werner Arens den ersten Teil der Konferenz mit einem Schlußwort abrundete

Den zweiten Teil der Tagung bildete ein Workshop (siehe Foto) mit dem Titel „Strategien des Spracherhalts autochthoner Kleinsprachen aus der Sicht der Betroffenen“. Nach einer kurzen Vorstellung der jeweiligen Volksgruppe und einem ausführlichen Vortrag von Drs. Henk Wolf (Fryske Akademy, Ljouwert/Leeuwarden, NL) über die westfriesische Minderheit kam es zu einem angeregten Meinungsaustausch über die jeweiligen Möglichkeiten und Perspektiven.



Von links nach rechts: Iaco Rigo (Vertreter der Ladiner in Südtirol/Italien), Dr. Brunon Synak (Vizepräsident des Sejmik der Wojewodschaft Pommern und Vertreter der Kaschuben in Polen), Anders Sara (Vertreter der Samen in Norwegen), Dr. Nigel Hicks ( Vertreter der Conwaliser in Großbritannien), Marcel Cantieni (Vertreter der Rätoromanen in der Schweiz), Lars Harms (Mitglied des schleswig-holsteinischen Landtages und Vertreter der Nordfriesen), Henk Wolf (Fryske Akademy und Vertreter der Friesen in den Niederlanden) sowie Dr. Ludwig Elle (FUEV-Vizepräsident und Vertreter der Sorben).

So stehen Volksgruppen wie die Cornwaliser noch ganz am Anfang und kämpfen für ihre offizielle Anerkennung durch die britische Regierung, während beispielsweise die Friesen in den Niederlanden über eigenes friesischsprachiges Radio und Fernsehen verfügen und auch mit eigenen Parteien auf verschiedenen Ebenen vertreten sind. Im Gegensatz zu solchen nationalen Minderheiten, die sich auf einen sog. „Kin-State“ berufen können, haben kleine Volks- und Sprachgruppen häufig mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Dazu zählen beispielsweise, so zeigte die Diskussion, dialektale Aufspaltung, Analphabetismus, geringe Medienpäsenz und allzu häufig auch fehlende Anerkennung als eigenständige Volksgruppe durch die jeweilige Mehrheit. Diese Nachteile gelte es in Zukunft zu überwinden. Der Tag wurde abgeschlossen durch die friesischsprachige Jazzgruppe »Da åntretemåntre«.

Den dritten Teil der Tagung bildete eine Exkursion zu den verschiedenen Vereinen und Einrichtungen der nordfriesischen Volksgruppe wie die friesisch-dänische Schule (siehe Foto unten) und das «Andersen-Haus»in Risum-Lindholm sowie das „Nordfriisk Instituut“ in Bredstedt.



Nach einer Einführung in Entstehungsgeschichte und Konzept dieser Schule durch den Schulleiter und Vorsitzenden der „Foriining for nationale Friiske“ Jörgen Jensen Hahn präsentierten einige Schüler ein kurzes Theaterstück in 5 verschiedenen Sprachen, in dem die Vorteile der Mehrsprachigkeit auf nette unterhaltsame Weise herausgestellt wurden.



PRESSEMITTEILUNG 2002-26


Friesen besuchen Rätoromanen
Sprachreise des Foriining for nationale Friiske zu den Rätoromanen

Die Foriining for nationale Friiske bietet auch in diesem Jahr eine Friesische Sprachreise an.
In der Zeit vom 21.-28. Juli 2002 geht es dieses mal in die Schweiz.
Besucht werden soll die Sprachminderheit der Rätoromanen im Engadin, das im Schweizer Kanton
Graubünden liegt.
Die Foriining verfolgt mit den Sprachreisen einereseits das Ziel, die Minderheitenarbeit einer anderen
europäischen Volksgruppe kennen zu lernen und mit den Anstrengungen zu Hause zu vergleichen. Nicht
minder wichtig ist dabei aber, dass die Reisegruppe während der einen Woche die eigenen
friesische Sprache verbessert.
Es sind noch Plätze frei! Wer Interesse an der Sprachreise hat und über entsprechende friesische
Sprachkenntnisse verfügt oder beabsichtigt, friesische Sprachkompetenz zu
erwerben, kann sich an das Vereinssekretariat in Ost-Bargum wenden:

Foriining for nationale Friiske
Moose 4
D-25842 Aaster-Beergem/Ost-Bargum
0049 - (0) - 4672-77520
0049 - (0) - 170 2868779 Mobil
0049 - (0) - 4672-77521 Fax
M.Nissen@friiske.de




PRESSEMITTEILUNG 2002-25


FUEV-Delegation in Moskau
Romedi Arquint und Hans Heinrich Hansen zu Beratungsgesprächen in der Russischen Duma

Auf Einladung der Russischen Duma in Moskau hielten FUEV-Präsident Romedi ARQUINT und
FUEV-Vizepräsident Hans Heinrich HANSEN Vorträge zur europäischen Minderheitensituation im
allgemeinen und zur Institution des Ombudsmans im einzelnen. Der Besuch fand am vergangenen
Pfingstmontag statt. In Anwesenheit des Präsidenten der DUMA, Genadij SELEJEW und unter Leitung
des Präsidenten der Kommission für Nationalitätenfragen, Herrn Valentin NIKITIN sowie im Beisein
zahlreicher Verterter der aus Politik und Wissenschaft wurde der Gesetzesentwurf über die Einsetzung
eines Ombudsmannes für Fragen der Nationalitäten in der russischen Föderation besprochen.
Dieser soll im Herbst in der DUMA beraten und verabschiedet werden.
»Die Anwesenden erachten die Erhaltung des Friedens zwischen den über 170 existierenden
Nationalitäten als ein Wesensbestandteil der multikulturellen Föderation und möchten dies durch die
Einsetzung eines Ombudsmans auch unterstreichen«, sagte ARQUINT. Einige hatten sich besorgt
darüber geäussert, dass zur Zeit von der Regierung dieser wichtigen Frage nicht genügend
Aufmerksamkeit geschenkt würde.
Die Veranstalter regten eine Folgeveranstaltung in Westeuropa an, welche die Frage zur Einsetzung eines Ombudsmans vertiefen sollte.




PRESSEMITTEILUNG 2002-24


Kulturelle Vielfalt und Identität in Europa
- Tagung ethnischer Volksgruppen
FUEV- Seminar in Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holsteinischen Landtag und der
Europäischen Akademie Sankelmark vom 13./14. 06. 2002 in Sankelmark http://www.eash.de

Die FUEV plant eine Gemeinsame Veranstaltung mit dem Schleswig-Holsteinischen Landtag und der Europäischen Akademie Sankelmark für die autochthone Gruppen von Kleinsprachen. Dabei werden folgende Gruppen berücksichtigt: Kaschuben, Rätoromanen, Ladiner, Friesen, Sorben, Samen und die Cornwalliser.

Die Konferenz wird in deutscher und englischer Sprache durchgeführt.


Vorläufiges Programm

Kulturelle Vielfalt und Identität in Europa

Donnerstag, den 13. Juni 2002
I. Informations- und Diskussionsveranstaltung
09.30 h Begrüßung
Dr. Ludwig ELLE, Vizepräsident der FUEV
09.40 h Regionale Identität in Europa: Beiträge aus politischer Sicht
Podiumsdiskussion mit anschl. Aussprache
Auf dem Podium:
MdL Rolf FISCHER, Vorsitzender des Europaausschusses
Dr. Brunon SYNAK, Vizepräsident des Sejmik der Wojewodschaft Pommern,
Vorsitzender der Kaschuben
Ulrich BOHNER, Kongress der Gemeinden und Regionen Europas (KGRE))
Vertreter des European Centre for Minority Issues (ECMI)
Hans-Heinrich HANSEN, Vizepräsident der FUEV
Moderation:
Dr. Rainer PELKA, Direktor der EASH
11.45 h Kaffeepause
12.15 h Die Europäische Charta der Regional- oder
Minderheitensprachen aus Expertensicht
13.00 h Schlusswort
Landtagspräsident Heinz-Werner ARENS
13.10 h Mittagesssen (kostenpflichtig, Anmeldung erbeten)
II. Workshop
14.15 h Strategien des Spracherhalts autochthoner Kleinsprachen aus Sicht der
Betroffenen
Vorstellung einzelner Modelle mit anschl. Aussprache
Kaschuben, Dr. Brunon SYNAK
Rätoromanen
Ladiner, Jaco RIGO
Friesen, MdL Lars HARMS
Sorben, Dr. Ludwig ELLE
Samen
Cornwalliser, Dr Nigel HICKS
15.45 h Kaffeepause
16.15 h Lösungsmodell am Beispiel der Westfriesen in den Niederlanden
Drs. Henk WOLF, Fryske Akademy, Ljouwert / Leeuwarden
Diskussion
17.15 h Resumee / Ergebnisse
Dr. Ludwig ELLE, Vizepräsident der FUEV
18.00 h Abendessen
20.00 h Musikalischer Beitrag
Da åntretemåntre (friesischer Jazz)
Freitag, den 14. Juni 2002
III. Besuchsprogramm bei den Friesen
09.00 h Abfahrt nach Nordfriesland
10.00 h Besuch der Risem-Schölj (dänisch-friesische Schule)
in Risum-Lindholm
Vorstellungen
Rökefloose (Thore JOHANNSEN/Güde BOYSEN)
Ferian för en nuardfresk radioo (Wolfgang MÖLLER/Gary FUNCK)
des Konzeptes Friesisch-Dänische Schule (Jörgen JENSEN HAHN)
11.00 h Rundgang durch die Schule und Teilnahme am Friesisch-Unterricht
12.00 h Mittagesssen im Fraschlönj (Risum-Lindholm)
13.00 h Besuch des Andersen-Hauses
Vorstellung des Nordfriesischen Vereins und der Ååstermooringer
(Thomas HEINSEN / Maren PETERSEN)
14.45 h Aussichtsturm Stollberg
Besuch des Nordfriisk Instituuts
15.15 h Vorstellung des Instituts, Antje ARFSTEN
anschl. Institutsführung
16.15 h Rückfahrt nach Sankelmark
17.00 h Ende der Tagung
Kaffee in der Akademie Sankelmark
und Abreise



PRESSEMITTEILUNG 2002-23


Die regionale Minderheitenvielfalt
und die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit
47. FUEV-Nationalitätenkongreß vom 08-12 Mai 2002 in Subotica / Jugoslawien

Vom 09.-11. Mai 2002 führte die FUEV ihren 47. Nationalitätenkongreß und ihre obligatorisch

Delegiertenversammlung in Subotica / Vojvodina durch. Es war das erste Mal in in der Bundesrepublik
Jugoslawien.

Der Kongreß widmete sich dem Thema »Die regionale Minderheitenvielfalt und die grenzüberschreitende

kulturelle Zusammenarbeit« und wurde von über 250 Teilnehmern aus 22 verschiedenen Staaten siehe Foto unten) besucht.Es handelte sich größtenteils um MinderheitenvertreterInnen der über 70 angeschlossenen Verbände. Aber auch Staatsvertreter, Wissenschaftler und auch eine Reihe Medienvertreter waren anwesend.



Die Veranstaltung wurde vom FUEV-Präsidenten Romedi ARQUINT eröffnet. Weitere
Grußansprachen gab es von Jovo KOMSIC (Regierung der Bundesrepublik Jugoslawien), Ulrich
BOHNER (Europarat), Dr. Korhecz TAMAS (Autonome Provinz Vojvodina), István ISPÀNOVICS
(Gemeinde Subotica) und Bela TONKOVIC (Vorsitzender der gastgebenden Organisation Demokratski
Savez Hrvata u Vojvodini).

„Wir sind in Europa gegenwärtig daran, die traditionelle Definition der Grenze als trennendes Element

neu zu interpretieren als Kontaktachse, als Brücken, die die Kontakte zueinander erleichtern und damit
auch die Kooperation zwischen den Staaten fördern. Sprach- und Kulturkontakte über die Grenzen
hinweg sind daher zu fördern und nicht zu behindern,“ wies FUEV Präsident Romedi ARQUINT
(Schweiz) in seiner Eröffnungsrede darauf hin.
Arquints Rede im Wortlaut:
http://www.fuen.org/pages/deutsch/d_5c_2002.html

Der persönliche Ratgeber vom OSZE-Hochkommissar für nationale Minderheiten, Dr. Walter KEMP

stellte die Instrumente und Strategie der OSZE vor, während Ulrich BOHNER vom Kongreß der
Gemeinden und Regionen des Europarates (CLRAE) gleich mehrere Instrumente des Europarates
präsentierte und sich speziell mit der Situation auf dem Balkan befaßte.



PRESSEMITTEILUNG 2002-22


FUEV zählt jetzt 75 Mitglieder!
47. FUEV-Nationalitätenkongreß vom 08-12 Mai 2002 in Subotica / Jugoslawien

Im Rahmen der ordentlichen FUEV-Delegiertenversammlung am 09. Mai 2002 wurde erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder eine Minderheitenheitenorganisation aus Großbritannien als Mitglied aufgenommen.
Es handelt sich um das Cornish Stannary Parliament mit Sitz in Redruth / Cornwall. (siehe Foto der beiden Delegierten Dr. Hicks und Rodney Nute)



Alle Aufnahmen / bzw Umstufungen:

Ordentliche Mitglieder:
Demokratische Union der Ungarn in Kroatien (HR), Union fur und Sprache und Kultur der Arumunen (MK), Der nationale Rat des balkarischen Volkes (RUS), Slowakische Landesselbstverwaltung (H), , die Inguschische Allnationale Union "Dajmochk" ("Das Vaterland") (RUS) , Assoziation der griechischen Gesellschaften (GE), Assoziation der griechischen Gesellschaften (RUS)

Assoziierte Mitglieder:
The Cornish Stannary Parliament (GB), Deutscher Volksverband (YU), Zentrum für aromunische Sprache und Kultur (BG) Macedonian minority in Greece (GR) Nogai Volk Birlik (RUS), Public Movement Multinational Georgia" (GE), Assoziation der Deutschen in Usbekistan (UZ).

Alle Mitglieder der FUEV:
http://www.fuen.org/pages/deutsch/d_3_2002.html

Desweiteren beschäftigte sich die Delegiertenversammlung mit den ordentlichen Geschäften wie die Jahresberichte 2001 sowie dem Haushaltsentwurf für das Jahr 2002.

Die Hauptresolution gibt eine allgemeine und wenig befriedigende Standortbestimmung in Sachen Minderheitenpolitik in Europa wider. „Europa ist immer noch dem Paradigma der Nationalstaatsideologie verhaften und bewegt sich nur zögerlich auf ein politisches Konzept hin, das der Erhaltung der Vielfalt der Sprachen und Ethnien verhaftet ist und dieses auch umsetzt,“ sagt der Räroromane Arquint.

Daneben verabschiedete die Delegiertenversammlung verschiedene Aufrufe: Der Cornwaliser in Großbritannien, der Inguschen in Rußland, der Turkmescheten in Rußland und Georgien, der Dolomitenladiner in Italien, des Sinti und Roma in Deutschland und der Karpatho-Rusinen in der Ukraine.

Alle verabschiedete Resolutionen:
http://www.fuen.org/pages/deutsch/d_5c_2002.html



PRESSEMITTEILUNG 2002-21


Die regionale Minderheitenvielfalt in der Vojvodina
und die rechtlichen Aspekte des Minderheitenschutzes in den anliegenden Ländern
47. FUEV-Nationalitätenkongreß vom 08-12 Mai 2002 in Subotica / Jugoslawien

Bezugnehmend auf die regionale Minderheitenvielfalt in der Vojvodina bekamen alle Minderheiten aus dieser Region (siehe Programm Pressemitteilung Nr. 2002-10) die Gelegenheit, sich zu ihrer aktuellen Situation zu äußern.

In einem Podiumsgespräch zu den rechtlichen Aspekten des Minderheitenschutzes in

Jugoslawien, Kroatien, Ungarn und Rumänien unter der Leitung von Dr. Florian BIEBER vom European Centre for Minority Issues wurde die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Beispiel Jugoslawiens (Jovo KOMSIC), Ungarns (Martin ISPANOVIC), Rumäniens (Ovidiu GANT) und Kroatiens (Mila SIMIC) beleuchtet (siehe Foto unten). An diesem Podiumsgespräch nahm auch die Vorsitzende des FUEV-Beirats, die Minderheitenbeauftragte des Landes Schleswig-Holsteins, Frau Renate SCHNACK teil, die die Gelegenheit nutzte, den seit 2000 ins Leben gerufenen FUEV-Beirat vorzustellen.


V.l.n.r: Ispanovics, Bieber, Ulrich Bohner (Europarat), Schnack, Gant und sitzend Simic

Die Lageberichte der Mitgliedsorganisationen - boten wieder Anlaß, mehrere Projektideen zu entwickeln, die beim Abschluß des Kongresses - einem Kulturprogramm (siehe Foto unten) organisiert von den Minderheiten in der Vojvodina - vertieft werden konnten





PRESSEMITTEILUNG 2002-20


FUEV-Beirat in Subotica
47. FUEV-Nationalitätenkongreß vom 08-12 Mai 2002 in Subotica / Jugoslawien

Der im Juni 2000 in Komarno/Komaron (SK) ins Leben gerufene Beirat traf sich ebenfalls zu einer Sitzung.
Die Vorsitzende des FUEV-Beirats, die Minderheitenbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Frau
Renate Schnack, konnte zahlreiche Vertreter der Parlamente und Regierungen, in
denen FUEV-Mitgliedorganisationen leben, begrüssen (siehe großes Foto).



Für Frau Schnack bot der Kongress eine gute Gelegenheit, das Zusammenwirken von staatlichen
Institutionen und einer NGO wie der FUEV zum Wohle der nationalen Minderheiten in Europa zu
demonstrieren und eine breite Öffentlichkeit - über die "Kongressöffentlichkeit" hinaus - zu interessieren
und zu informieren.

Der Beirat (siehe Foto) ist ein informelles Informations- und Austauschorgan, das die Tätigkeiten der
FUEV begleiten und unterstützen soll. Mit der Schaffung des Beirates betonen sowohl die FUEV als
NGO, als auch die staatlichen Vertreter den Willen zur konstruktiven Zusammenarbeit, ohne die
Minderheitenfragen nicht zufriedenstellend angegangen und gelöst werden können. Eine nächste
Sitzung ist anläßlich des XIII Volksgruppenkongreß in Kärnten im September d.J. vorgesehen.




PRESSEMITTEILUNG 2002-19


Vorsitzender der deutschen Minderheit in Dänemark wiedergewählt

Hans Heinrich Hansen für weitere drei Jahre wiedergewählt


Der Hauptvorsitzende des Bundes deutscher Nordschleswiger ((BdN)
und Vizepräsident der FUEV, Hans Heinrich Hansen (siehe Foto), ist auf der
Delegiertenversammlung der Dachorganisation der deutschen Minderheit in Nordschleswig
am 23. April 2002 in Tinglev/Tingleff mit 85,6 % der Stimmen wiedergewählt worden.
Hans Heinrich Hansen erklärte, die Volksgruppe brauche ein klares Profil
nach außen und Demokratie nach innen.




Als Hauptvorsitzender erwarte er, dass er die Richtlinienkompetenz ausübe
könne. Er setze sich für eine Rationalisierung ein, die eine Straffung der
Organisation zur Folge habe.
"Die deutsche Minderheit muss sich den Anforderungen der Zukunft stellen",
sagte Hans Heinrich Hansen, "und die liegt darin, dass wir sowohl das Kleine
wie das Grosse berücksichtigen. Wir als deutsche Minderheit in Nordschleswig
haben eine europäische Perspektive; wir sind im Regionalen verankert und in
zwei Kulturen zu Hause."

Zweiter Vorsitzender des BdN wurde der Landwirt Jes Jepsen, Uk. Er erhielt
97,6 % der abgegebenen Stimmen.
Zum Vorsitzenden der politischen Organisation der deutschen Minderheit, der
Schleswigschen Partei (SP), wurde Gerhard Mammen, Hellewatt/Hellevad,
wiedergewählt. Alte und neue Vorsitzende des Kulturausschusses ist Barbara
Meyer, Hadersleben/Haderslev.




PRESSEMITTEILUNG 2002-18


Józef Szymeczek neuer Vorsitzender der Polen in der Tschechischen Republik

Am Samstag, d. 06.4.2002 führte der Polenkongress in der Tschechischen Republik

(Kongres Polaków w Republice Czeskiej) nach drei Jahren wieder seine
Generalversammlung durch. Unter anderen Tagesordnungspunkten wurde auch ein neuer
Vorstand gewählt. Der Vorstand setzt sich demnach aus neun Personen zusammen. Neuer
Präsident der Polen in der Tschechischen Republik ist Józef SZYMECZEK. Das
Amt des Vizepräsidenten bekleidet Henryk CIESAR.



PRESSEMITTEILUNG 2002-17


Klaus Johannis neuer Vorsitzender der Deutschen in Rumänien


Sibiu/Hermannstadt. Am Samstag, d. 06.4.2002 wählten rund 40 Vertreter/Innen des
Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien DFDR den derzeitigen Hermannstädter
Bürgermeister, Klaus JOHANNIS (siehe Foto), als neuen DFDR-Vorsitzenden.




Der neue Landesvorsitzende, 1959 in Hermannstadt geboren, ist Absolvent der
Physikfakultät der Babes-Bolyai Universität in Klausenburg, Jahrgang 1983. Klaus JOHANNIS
war Physiklehrer, stellvertretender Generalschulinspektor sowie leitender Generalschulinspektor
bis er im Jahr 2000 zum Bürgermeister von Hermannstadt gewählt wurde. Bis zu seiner Wahl als
Landesvorsitzender war Klaus JOHANNIS Vorsitzender Zentrumforums Hermannstadt.

Der bisherige Vorsitzende, Wolfgang WITTSTOCK, der den Vorsitz zwischen den Jahren
1998-2002 inne hatte, stellte sich nicht mehr zur Wahl. Als Forums-Abgeordneter bleibt er
aber weiterhin Mitglied des DFDR-Vorstandes.




PRESSEMITTEILUNG 2002-16


Jan Diedrichsen neuer Präsident der JEV


Das diesjährige Osterseminar der Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV) fand in Grou,
Westfrieslandstatt. Gastgeber war die friesische Jugendorganisation FYK (Frysk Ynternasjonaal
Kontakt). Während der Hauptversammlung wurde Jan Diedrichsen (siehe Foto)
zum neuen JEV-Präsidenten gewählt




Demnach setzt sich das Präsidium der Jugend Europäischer Volksgruppen wie folgt zusammen:
Präsident: Jan Diedrichsen (deutscher Nordschleswiger aus Dänemark)
Vizepräsidentin: Angelina Nadolski (südschleswigsche Dänin aus Deutschland),
Vizepräsident: Kristijan Karall (Burgenlandkroate aus Österreich),
Sekretärin: Alice Ratyis (Ungarin aus Rumänien) und
Schatzmeister: Frank de Boer (Westfriese aus den Niederlanden),
Weitere Informationen zur JEV:

http://www.yeni.org



PRESSEMITTEILUNG 2002-15


Hans Ronald Jørgensen gestorben


Der ehem. FUEV-Generalsekretär und ehem. FUEV-Präsident Hans Ronald Jørgensen (siehe Foto)
starb am Samstag, d. 23. März 2002 im Alter von 87 Jahren. Der langjährige Generalsekretär
der dänischen Minderheit in Deutschland (Sydslesvigsk Forening) war von 1973-1977 Präsident
der FUEV und bekleidete von 1982-1987 das Amt des FUEV-Generalsekretärs.
Jørgensens enormes Engagement für die FUEV sei es zu verdanken, daß die FUEV ein
eigenes Sekretariat erhielt. Er wählte Flensburg als Zentrum der deutschen, dänischen und
friesischen Minderheit. Seine brückenbauende Funktion zu den anderen Minderheiten insbesondere
zu den deutschen Nordschleswigern in Dänemark bescherte ihm besonders in den eigenen Reihen
der dänischen Minderheit nicht nur Freunde.




Er hinterläßt seine Ehefrau Ingeborg, Sohn Ulrik (mit Lisbeth, Peter, Tobias and Nina)
und Tochter Anne (mit Flemming and Benedicte)
Mit den Familienangehörigen trauert die FUEV um eine große Persönlichkeit, der die FUEV sehr viel zu
verdanken hat.




PRESSEMITTEILUNG 2002-14


FUEV-Delegation in Inguschetien


Eine Delegation der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen FUEV
besuchte vor wenigen Wochen Inguschetien. Die FUEV-Delegation bestehend aus
Präsident Romedi Arquint (siehe Foto), und Vizepräsident Hans Heinrich
Hansen wurde begleitet von Frau Prof. Kellner von der Freien Universität
in Berlin, Vertretern der Deutschen Botschaft in Moskau sowie Prof.
Tscherwonnaja vom Institut der Ethnologie und Anthropologie Akademie der
Wissenschaften Rußlands



Die kleinste und jüngste Republik Inguschetien zählt an die 320 000 Einwohner und grenzt
an Tschetschenien, Nordossetien und Georgien (siehe Karte).



Weitere Einzelheiten und ein umfangreicher Bericht von Romedi Arquint
zu dieser Reise ist im FUEV-Generalsekretariat zu beziehen.




PRESSEMITTEILUNG 2002-13


FUEV-Aktuell nur noch im Internet

Einstellung des Postversands, da bis zu 11.000 Internetbesucher allwöchentlich

Im Rahmen der »Implementierungskonferenz der Minderheitenrechtsstandards, die die FUEV
zusammen mit dem European Centre for Minority Issues (ECMI) und der Europäischen Akademie
Sankelmark im Dezember 2001 in Sankelmark bei Flensburg (D) veranstaltete, kam es auch zu einem
Gedankenaustausch mit den FUEV-Mitgliedsorganisationen über die Zukunft des Bulletins
»FUEV-Aktuell«.

Vor dem Hintergrund, daß mittlerweile bis zu 11.000 Internetbenutzer allwöchentlich auf die Webseite
der FUEV zugreifen, einigten sich die anwesenden Vertreter der FUEV-Mitgliedsorganisationen darauf,
den bisherigen Postversand der gedruckten Ausgabe bis auf wenige Ausnahmen einzustellen.

Stattdessen ist es jetzt möglich, die quartalsweise erscheinende nformationsschrift als pdf-Datei
(Acrobat-Reader) direkt von der FUEV-Homepage herunterzuladen:
http://www.fuen.org/pages/deutsch/d_5b_2002.html

Die FUEV bittet alle Leser und Abonnenten, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.




PRESSEMITTEILUNG 2002-12


FUEV möchte Kontakte zur EU verbessern

Anläßlich einer sogenannten Strategiesitzung - einberufen speziell für die FUEV-Mitgliedsorganisationen
aus Westeuropa - befaßten sich ca. 20 VERTRETER aus 08 Ländern am 16. Februar 2002 in München
mit der inneren Struktur des FUEV Generalsekretariates und der konzeptionellen Ausrichtung der FUEV.


Romedi Arquint und Hans Heinrich Hansen (rechts) leiteten die beiden Workshops

Zusammenfassend wurde festgestellt, daß das FUEV-Generalsekretariat in Flensburg mit den
Möglichkeiten, das es hat, in hohem Maße professionelle Arbeit liefert. Dringend erscheint jedoch
eine Verstärkung der Bereiche Projekte, Projektmanagement und konzeptionelle Arbeit.

Ein Schwergewicht der Sitzung bildeten die Finanzen. Die FUEV muß mit äußerst bescheidenen
finanziellen Mitteln arbeiten; dringend erscheint die Erschließung weiterer Finanzen für den Ausbau
ihrer durch die Ausweitung in Südost-, Mittel- und Osteuropa notwendig gewordenen Aktivitäten.
Zur Diskussion standen des weiteren die Öffentlichkeitsarbeit, Kontakte zu den Mitgliedern,
die inhaltliche Professionalisierung und ein aufzubauendes Projektmanagement, neue Projekte sowie
die Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen gesprochen. Bei letzterem wurde die die derzeit
besonders gute Zusammenarbeit mit dem Europarat (COE) und der Organisation für Sicherheit und
Zusammenarbeit n Europa (OSCE) hervorgehoben. In beiden Organisationen existieren
Kontaktgremien, in denen sich die FUEV einbringen kann. Dringend erscheint der Ausbau der Kontakte
zur Europäischen Union.

Am gleichen Wochenende fand eine weitere Sitzung des FUEV-Beirates statt (s. Pressemitteilung
Nr. 2002-05), deren Teilnehmer an obiger Strategiesitzung als Gäste eingeladen waren.


V.l.n.r: R. Atz, DDr K. Anderwald, R. Schnack, R. Arquint,
Dr H. Knoblich, Dr J. Schöning and R. Donitza


Die Ergebnisse dieser Tagung werden anläßlich des 47. FUEV-Nationalitätenkongresses
vom 08-12 Mai 2002 in Subotica (siehe Pressemitteilung Nr. 200-10) vorgestellt.




PRESSEMITTEILUNG 2002-11


«Tiefe Besorgnis zum Sprachengesetz in Georgien«

FUEV-Seminar vom 04.-05. März 2002 in Tiflis

Das Seminar in Tiflis fand im wesentlichen wie angekündigt statt (siehe Pressemitteilung 2002-02).
Bedauerlich war hierbei lediglich die mangelnde Beteiligung von georgischen Politikern – ausgelöst
durch die Staatskrise nach dem Selbstmord des zweiten Mannes im Staatsapparat, Nugzar Sadshaia,
Vorsitzender des georgischen Sicherheitsrates. Einzig teilnehmender Parlamentarier war daher Gela
Kwarazkhelia, Vorsitzender des »Parlamentarischen Ausschusses für Integration«.

Positiv hingegen wurde von allen der knapp 80 Teilnehmer (siehe Foto) die Beteiligung ethnischer Georgier
vermerkt. Hierdurch wurde der sonst häufige Rahmen einer Veranstaltung zu Minderheitenfragen – dass
nämlich an dieser nur Minderheitenvertreter teilnehmen - durchbrochen.



Die Beiträge der Vertreter von OSZE, Europarat und FUEV weckten großes Interesse – erkennbar
auch daran, dass das bereitstehende Informationsmaterial binnen kurzem vergriffen war.

In der immer lebhafter werdenden Diskussion spielten vor allem folgende Themen eine Rolle:

Das immer noch ausstehende Minderheitengesetz. Die Meinung hierzu war gespalten: Einige meinten,
die Minderheitenrechte würden durch Verfassung und Gesetzgebung bereits gewährleistet; ein
spezielles Minderheitengesetz könne sich hingegen desintegrierend auswirken. Andere widersprachen
dem vehement und betonten die Notwendigkeit eines speziellen Gesetzes.
Das sich im Entwurf befindliche Sprachengesetz. Während beinahe alle Teilnehmer die Einführung
des Georgischen als Staatssprache befürworteten, mahnte sie angemessene Fristen an, innerhalb
derer diese Sprache zu erlernen sei.
Damit zusammenhängend die unzureichende Lehrmittelaustattung. Die Georgisch-Lehrbücher für
die nicht georgisch sprechenden Minderheiten seien völlig unzureichend und reichten über ABC-Fibel
und Grammatikübungen nicht heraus. Damit könnten keine Kenntnisse für den alltäglichen
Gebrauch erworben werden. Wer Sprachkenntnisse einfordere, müsse auch die Mittel dafür bereit
stellen.Der Begriff Minderheiten. Insbesondere große Gruppen mit eigenem Mutterland betrachten
sich eher als Nationalitäten.
Das Verbot der doppelten Staatsbürgerschaft. Viele georgische Staatsbürger wandern aus
wirtschaftlichen Gründen aus. Angehörige von Minderheiten nutzen dabei oft die Möglichkeit, die
Staatsbürgerschaft ihres Mutterlandes zu erwerben. Da sie dann die georgische Staatsbürgerschaft
aufgeben müssen, wird ihnen der Rückweg versperrt.
- Die offenstehende Frage der Entschädigungen für unter den nationalistischem Regime
Präsident Gamsachurdias Anfang der 90er Jahre erlittenen Unterdrückungen.
- Das noch offenstehende Problem der Repatriierung der 1944 deportierten Mes’cheten.
Hierzu gab es eine äußerst kontroverse Diskussion.

Insgesamt wurde das Seminar so positiv beurteilt, dass alle Seiten die Idee eines
Folgeseminars begrüßten.

Die Beiträge der Veranstaltung werden Anfang Mai 2002 in Form einer Broschüre in Englisch,
Georgisch und Russisch veröffentlicht werden – einschließlich Grußworten von Präsident
Schewardnadse und Parlamentspräsidentin Nino Burdshanadze.



PRESSEMITTEILUNG 2002-10


Einladung zum
47. FUEV - Nationalitätenkongreß vom 08. - 12. Mai 2002 in Subotica / Jugoslawien
Regionale Minderheitenvielfalt und grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit

Der Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen, Herr Romedi
Arquint, lädt herzlich ein zum 47. FUEV - Nationalitätenkongreß nach Subotica / Jugoslawien
vom 08. - 12. Mai 2002

Der Nationalitätenkongreß und die FUEV-Delegiertenversammlung finden im neuen und alten
Rathaus Suboticas statt. Die Unterbringung erfolgt im Hotel PATRIA in Subotica sowie wahlweise
in Hotels in unmittelbarer Umgebung.

Erläuterungen:

Übersetzung
Für eine Simultanübersetzung in die englische, französische, deutsche , russische und serbische
Sprache wird gesorgt.

Resolutionen
Eventuelle Resolutionen sind spätestens bis zum 31. März 2002 in mindestens einer der vier
FUEV-Sprachen Englisch, Französisch, Deutsch und Russisch) einzureichen, damit sie noch rechtzeitig
vor dem Kongreß vom FUEV - Präsidium behandelt werden können. Später eingereichte Resolutionen
können nicht berücksichtigt werden!

Dokumente
Sämtliche Dokumente, die dokumentiert werden sollen, wie Lageberichte, Redebeiträge u. dergl. m.
sind dem FUEV-Generalsekretariat bis zum 31. März 2002 per EMail info@fuen.org einzureichen.

Unterbringung & Anmeldung
Interessierte Teilnehmer/Innen richten Ihre Anmeldungen bis spätestens 12. April 2002 direkt an
das FUEV-Generalsekretariat. Bitte füllen Sie das beiliegende Anmeldeformular (siehe unten)
aus und schicken Sie das Formular per Email oder per Fax an das FUEV-Generalsekretariat.
Preise im Hotel Patria: Einzelzimmer ab 25,- Euro, Doppelzimmer ab 36,- Euro

Reisekostenrückvergütung
Die Reisekosten können für alle ORDENTLICHEN und ASSOZIIERTEN Mitgliedsorganisationen aus
Mittel- und Osteuropa (aus den ehem. kommunistischen Ländern) übernommen werden.
Die FUEV übernimmt die Reise-, Hotel- (Unterbringung in Doppelzimmern) und Verpflegungskosten
für zwei Vertreter pro Organisation, sofern die Anreise mit einem Auto erfolgt.
Die FUEV übernimmt die Reise-, Hotel- (Unterbringung in Doppelzimmern) und Verpflegungskosten
für einen Vertreter pro Organisation, sofern die Anreise mit Bahn und Flugzeug erfolgt.

Alle weiteren Teilnehmer müssen diese Kosten selber bezahlen!

Bitte bereiten Sie Ihre Reisedokumente entsprechend vor und geben Sie diese bei Herrn Gary
Funck zwecks Abrechnung ab. Achtung: Die Abrechnung erfolgt per Banküberweisung!

Die Kongreßgebühr
beträgt pro Person aus Westeuropa: 50,- Euro
beträgt pro Person aus Osteuropa: 25,- Euro
Das FUEV-Generalsekretariat bittet, die Kongressgebühr schon im voraus zu überweisen (bitte
Name, Verwendungszweck und ggf. Reisedaten angeben):
Union Bank Flensburg • BLZ 215 201 00 • Nr. 00 120 84 • SWIFT Code UNBNDE 21

Anreise
Mit dem Auto:
Belgrad – Subotica 180 km
Budapest – Subotica 180 km

Mit Flugzeug und Shuttle-Service:
Die Gastgeber empfehlen Belgrad anzufliegen. Weitertransport mit Shuttle-Service möglich:
Shuttle Service am Mittwoch, d. 08 Mai 2002 ab 17.00 h vom Flughafen Belgrad nach Subotica.
Shuttle Service am Sonntag, d. 12 Mai 2002 ab 10.00 h vom Hotel Patria Subotica zum
Flughafen Belgrad..

Das Präsidium der FUEV und die Mitarbeiter im Generalsekretariat freuen sich, Sie in Subotica
begrüßen zu können.

Anmeldungsformular
NAME:
VORNAME:
STADT:
STRASSE:
VERBAND / INSTITUTION:
FUNKTION:
TELEFON:
FAX:
E-MAIL:
HOMEPAGE:
ANREISEDATUM:
ABREISEDATUM:
EINZELZIMMER:
DOPPELZIMMER:
SHUTTLE SERVICE:

Für die Einreise in die Bundesrepublik Jugoslawien besteht evtl. VISUMPFLICHT.
Bitte erkundigen Sie sich bei den zuständigen Visaabteilungen Ihres Landes.
Eventuelle Einladungsbriefe können von den Gastgebern, den Kroaten in der Vojvodina (http://www.dshv.org), ausgestellt werden.

ANMELDUNGEN bitte direkt an das FUEV-Generalsekretariat bis spätestens 12. April 2002
.

Programm

47. FUEV-Nationalitätenkongreß in Subotica
»Die regionale Minderheitenvielfalt
und die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit«


08.05.2002
Anreise der Teilnehmer
16.00 h Registrieren der Kongreßteilnehmer im Hotel Patria
Dure Dakovica bb, YU – 24000 Subotica
19.00 h Abendessen (Teilnehmer bezahlen selbst)

09.05.2002
ab 08.30 h Registrieren der Kongreßteilnehmer
Altes Rathaus Subotica
09.00 h FUEV-Delegiertenversammlung
Altes Rathaus Subotica
TOP 01 Bericht des FUEV-Präsidenten
TOP 02 Bericht des FUEV-Geschäftsführers und Jahresrechnung 2001
TOP 03 Bericht der FUEV-Revisoren
TOP 04 Haushaltsvoranschlag 2002
TOP 05 Aussprache (TOP 1 - TOP 4)
TOP 06 Bericht der Präsidentin der Jugend Europäischer Volksgruppen
TOP 07 Internationale Zusammenarbeit
TOP 08 Aufnahme neuer Mitglieder / Umstufungen
TOP 09 Resolutionen (bis 31.03.2002)
TOP 10 Verschiedenes
12.00 h Mittagessen (Teilnehmer bezahlen selbst)
14.00 h Begrüßung und Einführung des Kongresses
• FUEV-Präsident Romedi Arquint
Grußansprachen
• Regierung der Bundesrepublik Jugoslawien, Jovo Komsic
• Europarat , CLRAE Sekretariat, Ulrich Bohner
• Autonome Provinz Vojvodina, Dr. Korhecz Tamas
• Gemeinde Subotica , Bürgermeister Ispánovics, István
• Demokratski Savez Hrvata u Vojvodini , Vorsitzender Bela Tonkovic
Festreden
15.00 h Dr Walter Kemp,OSZE-Hochkommissariat für nationale Minderheiten
15.30 h Stabilitätspakt für Südosteuropa N.N. (angefragt)
18.00 h Abendessen (Teilnehmer bezahlen selbst)

10.05.2002
ab 08.30 h Registrieren der Kongreßteilnehmer
Altes Rathaus Subotica
09.00 h Pressekonferenz
Altes Rathaus Subotica
10.00 h 1. Die regionale Minderheitenvielfalt
und die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit
am Beispiel von der Vojvodina
Altes Rathaus Subotica
• Regierung der Bundesrepublik Jugoslawien, Jovo Komsic
• Autonome Provinz Vojvodina, Dr. Korhecz Tamas
Minderheitenvertreter in der Vojvodina:
• die Ungarn, Secsei Mihaly
• die Kroaten, Slaven Dulic
• die Deutschen, Rudolf Weiss
• die Sinti und Roma, Stanko Dimitrov
• die Slowaken,, Juraj Cervenak
• die Rumänen,, , Jon Cizmas
• die Rusinen,Julijan Tamas
Moderation:
Jozsef Kasza, Vizepremierminister der Republik Serbien
mit anschließender Diskussion
12.00 h Mittagessen (Teilnehmer bezahlen selbst)
14.00 h 2. Die rechtlichen Aspekte des Minderheitenschutzes in
Jugoslawien, Kroatien, Ungarn und Rumänien und die
grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit
Einführung
Ulrich Bohner, Europarat , CLRAE Sekretariat
Regierung der Bundesrepublik Jugoslawien, Jovo Komsic
Regierung Kroatiens Mila Simic
Regierung Ungarns, Dr. Gorombei Sara
Regierung Rumäniens, Ovidiu Gant
Vorsitzende des FUEV-Beirats, Minderheitenbeauftragte des Landes
Schleswig-Holstein, Renate Schnack
Moderation:
European Centre for Minority Issues, Dr. Florian Bieber
16.30 h Museum Subotica
18.00 h Abendessen (Teilnehmer bezahlen selbst)
20.00 h Kulturprogramm organisiert von den Minderheiten in der Vojvodina

11.05. 2002
09.00 h Lageberichte der FUEV-Mitgliedsorganisationen
Neues Rathaus Subotica
12.00 h Mittagessen (Teilnehmer bezahlen selbst)
14.00 h Lageberichte der FUEV-Mitgliedsorganisationen
16.15 h Abfahrt nach Palic zum Zoogarten
18.00 h Abendessen im Freien (Picknick) in Palic

12.05. 2002
Abreise nach dem Frühstück Änderungen vorbehalten



PRESSEMITTEILUNG 2002-09


Vorstand der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen -
verfaßt Stellungnahme zur sog. Benes-Dekrete

Erklärung des Vorstandes der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen vom 23. Februar 2002

In seiner Stellungnahme stellt der Vorstand mit seinem Vorsitzenden Otto Heinek (siehe Foto) fest:
Wir halten jedwede Maßnahme, welche die Vernichtung, Ausgrenzung oder Vertreibung nationaler,
sprachlicher oder religiöser Gemeinschaften bezweckt oder bewirkt hat, für unmenschlich und mit
dem Völkerrecht sowie der europäischen Kultur unvereinbar.



Die Landesselbstverwaltung hält – auch auf Grund der tragischen historischen Erfahrungen der
Ungarndeutschen – Aussagen, welche begangene Grausamkeiten und kollektive
Vergeltungsmaßnahmen nachträglich zu rechtfertigen versuchen, für nicht akzeptabel und
weist jede Absicht und Bestrebung zurück, welche sich auf die Ausgrenzung oder die
Einschränkung der Rechte von Minderheiten richtet.

Wir sind fest überzeugt, dass in den Gesellschaften des 21. Jahhunderts Nationalismen
vergangener Epochen keinen Platz haben. Unsere gemeinsame europäische Zukunft kann nur
auf der Achtung der universellen Menschenrehte und der Rechte der Minderheiten
basieren.



PRESSEMITTEILUNG 2002-08


Zynische Kalkulation mit der Zeit -
Zentralrat fordert Beschleunigung der Zwangsarbeiter-Entschädigung

Pressemitteilung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma vom 20. Februar 2002

Anläßlich der heutigen Sitzung des Kuratoriums und des Vorstandes der
Zwangsarbeiterstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" in Ber-lin appelliert der Vorsitzende
des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani
Rose (siehe Foto), die Stiftung solle für eine beschleunigte Auszahlung der Ent-schädigung in
Höhe von je 15.000 DM (7.670 Euro) an die ehemaligen Skla-venarbeiter sorgen.
Dazu schrieb Rose heute an den Vorsitzenden des Stif-tungsvorstandes, Michael Jansen.



Für diese Beschleunigung protestierten 250 Holocaust-Überlebende der Sinti und Roma
mit dem Zentralrat im vergangenen Dezember bei dem für die Rechtsaufsicht
zuständigen Bundesfinanzministerium, das laut deutsch-amerikanischem Vertrag
den Beschwerden der Opfer nachgehen muss.

Bei der "Internationalen UNO-Organisation für Migration" (IOM), die im Auftrag der Stiftung
für nicht-jüdische Antragsteller aus Deutschland, Westeuropa und anderen Ländern
zuständig ist, seien nach neuester Auskunft der Stiftung 300 000 Anträge eingegangen.
Davon seien laut IOM nach über einem Jahr erst 6300 - davon 430 von Sinti und Roma -
geprüft und an sie eine erste Rate von 50 Prozent des Entschädigungsbetrages
ausgezahlt worden. Bei einer solchen Fort-setzung wären frühestens in 20 Jahren
alle Anträge bearbeitet. Erst danach könnte gemäß der vom Kuratorium zur Zeit festgelegten
Verfahrensweise die zweite Rate ausbezahlt werden. "Bis dahin wären alle gestorben und
würden auch die zweite Rate nicht mehr erleben", sagte Rose heute in Heidelberg der Presse - und
weiter: "Eine solche zynische Kalkulation mit der Zeit darf es nicht geben, das
Kuratorium muss das Verfahren grundlegend verbessern."

Der Zentralrat reichte vor einem Jahr für 1540 ehemalige Sklavenarbeiter der deutschen Sinti
und Roma Entschädigungsanträge ein. Mehr als 40 dieser hoch-betagten Menschen sind
zwischenzeitlich verstorben, beklagte der
Zentralrat. Von den Abgeordneten der Fraktionen im Deutschen Bundestag, die im
Kuratori-um der Stiftung vertreten sind, Bernd Reuter (SPD), Wolfgang Bosbach
(CDU), Volker Beck (Grüne), Max Stadler (FDP) und Ulla Jelpke (PDS), verlangte
Rose jetzt eine direkte Mitwirkungsmöglichkeit für den Zentralrat.



PRESSEMITTEILUNG 2002-07


Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen -
Standpunkte der Mitgliedsorganisationen zur Evaluation der Staatenberichte


Anlässlich des 46. FUEV-Nationalitätenkongresses vom 23.-27. Mai 2001 in Heerenveen wurde
im Rahmen der Standortbestimmung der Minderheiten in Europa ein Vorschlag eingebracht,
eine Evaluation der FUEV-Mitgliedsorganisationen zu den ersten Staatenberichten zur
Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen zu sammeln, um diese zu einem
zusammenfassenden Bericht der FUEV an das Expertenkomitee des Europarates weiter zu leiten.

Die Fragen bezogen sich auf die Problemfelder 1) Einbeziehung der Minderheitenvertreter
und Möglichkeiten an Entscheidungsfindungen mitzuwirken; 2) Einschätzung, inwieweit aus
Sicht der Mitgliedsverbände durch die Sprachencharta lediglich der bestehende Status quo
festgeschrieben wurde bzw. sich neue Maßnahmen der Förderung der Minderheitensprache
entwickelten und 3) allgemeine Einschätzung der Bedeutung der Charta und Anregungen für die
Zukunft.k

Ein zusammenfassender Bericht dieser Antworten ist im FUEV-Generalsekretariat
zu beziehen



PRESSEMITTEILUNG 2002-06


Hermann Heil erhielt Bundesverdienstkreuz


Hermann Heil, langjähriger Hauptgeschäftsführer des Bundes deutscher Nordschleswiger (BdN)
in Dänemark und FUEV-Revisor, erhielt am 15. Februar 2002 das Bundesverdienstkreuz der
Bundesrepublik Deutschland von Bundespräsident Johannes Rau.
Es wurde von Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast,Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, überreicht in einer kleinen Feierstunde am 15. Februar 2002.



Hermann Heil (siehe Foto) erhielt den Orden für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit u.a.
als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Minderheiten in der FUEV, und als
langjährigesMitglied des nordschleswigschen Amtsrates.

Die FUEV gratuliert!

Weitere Einzelheiten
http://www.nordschleswig.dk



PRESSEMITTEILUNG 2002-05


FUEV - Strategien in München


FUEV - Strategiesitzung in München

Am 16. Februar 2002 findet in München eine sog. Strategiesitzung - speziell für die ange-schlossenen Minderheitenverbände Westeuropas - statt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit mit diesen Verbänden zu stärken, das Profil der FUEV zu aktualisieren und die Infrastruktur der FUEV zu verbessern. Es werden ca. 25 Vertreter aus 9 Staaten erwartet.

FUEV - Beiratssitzung in München

Unmittelbar vor obiger Strategiesitzung tagt der im Juni 2000 in Komarno/Komaron (SK) ins Leben gerufene FUEV-Beirat zu einer weiteren FUEV-Beiratssitzung. Die letzte Sitzung dieser Art fand auf Einladung der Autonomen Region Trentino / Südtirol vom 09.-11. November 2001 in Bozen
statt. Die Teilnehmer des FUEV-Beirates sind als Gäste zur Strategiesitzung am 16.2.2002 der FUEV eingeladen.



Die neue Vorsitzende des FUEV-Beirates, die Minderheitenbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Frau Renate SCHNACK (siehe Foto) erwartet nachfolgende Personen:
Dr. Karl ANDERWALD (Stellvertr. Landesamtsdirektor in Kärnten), Roland ATZ (Vizepräsident der Autonomen Region Trentino Südtirol), Richard DONITZA (Vizepräsident des Sejmik Opole), Dr. Herbert KNOBLICH (Landtagspräsident des Landes Brandenburg), Dr. Jürgen SCHÖNING (Direktor des schleswig-holsteinischen Landtages) und von der FUEV: Romedi ARQUINT (Präsident) und Frank NICKELSEN (Geschäftsführer)

Hintergrund zum FUEV-Beirat:

Idee: Die Vertreter der politischen Institutionen (Regierungen und Parlamente), in denen Mitgliedsorganisationen der FUEV leben, die die Aktivitäten der FUEV unterstützen, mittragen und fördern, bilden einen eigenständigen, informellen FUEV - Beirat. Die FUEV bringt damit zum
Ausdruck, dass die Förderung der nationalen Minderheiten wesentlich von einer konstruktiven Zusammenarbeit der Volksgruppen mit den politischen Institutionen der Regionen und Länder (und umgekehrt) abhängt.

Sie unterstreicht damit auch einen Wesenszug einer reifen Demokratie, in der die Organisationen der Zivilgesellschaft und die politischen Institutionen partnerschaftlich zusammenarbeiten. Zweck: Informationsaustausch; Koordination der Aktivitäten zugunsten der nationalen Minderheiten; Beratung der FUEV; Beratung und Entwicklung eigener und gemeinsamer Initiativen in Mittel- und Osteuropa; Beratung und Entwicklung eigener und gemeinsamer Initiativen in europäischen und in den internationalen Institutionen (Europarat, EU, OSZE; UNO u.a.) und finanzielle Unterstützung der FUEV




PRESSEMITTEILUNG 2002-04


Das Bekenntnis zur Cornwallisischen Kultur ist »not guilty«


Manchmal muß eine Minderheit auf ungewöhnliche und teils humorvolle Weise auf ihre weniger humorvolle Situation aufmerksam machen. Ein Gerichtsfall in Truro / Cornwall schildert dies auf eindrucksvolle Weise:
Am 18. Januar 2002 wurden drei Vertreter des Cornish Stannary Parliament freigesprochen, eine Verschwörung gegen geltendes Recht angezettelt zu haben.



Was war geschehen?
Die drei Cornwalliser Rodney Nute, Hugh Rowe und Dr. Nigel Hicks (Foto v.l. Hicks und Nute) hatten im November 2000 einige Informationstafeln gestohlen. Mit der Aktion - die sie mehrere Male angekündigt haben - wollten sie auf die unzufriedenstellende Situation der cornwallischen Volksgruppe in Großbritannien aufmerksam machen. Aus der ursprünglichen Anklage »Diebstahl« wurde in der Folge von der Staatsanwaltschaft »Verschwörung« und den Dreien drohte somit bis zu 10 Jahren Haft - dabei ging es ihnen nur um mehr Akzeptanz für die cornwallische Volksgruppe.Schließlich siegte die Vernunft: Die Angeklagten wurden freigesprochen.

Während Schottland mittlerweile ein eigenes Parlament und Wales eine gewisse Autonomie erhielten, warten die keltischen Nachfahren in Cornwall noch immer darauf, endlich als nationale Minderheit akzeptiert zu werden; insbesondere vor dem Hintergrund, daß Großbritannien die Rahmenkonvention zum Schutz nationaler Minderheiten unterzeichnet hat.

Das Cornish Stannary Parliament korrespondiert aufgrund der ablehnenden Haltung Londons mittlerweile mit der EU und dem Europarat um so mehr Anerkennung als Region und als ethische Minderheit zu erreichen. Auch die FUEV als größter Dachverband nationaler Minderheiten und ethnischer Volksgruppen in Europa ist vom Cornish Stannary Parliament gebeten worden, sie als Mitglied in die FUEV aufzunehmen. Über die Aufnahme entscheidet die FUEV Delegierten-versammlung anläßlich ihres 47.FUEV-Nationalitätenkongresses am 09. Mai 2002 in Subotica / Serbien.

Weitere Informationen
http://www.cornish-stannary-parliament.abelgratis.com
http://conventions.coe.int/Treaty/EN/searchsig.asp?NT=157&CM=1&DF=
http://www.minority2000.net/Gr-75/t70gb.htm



PRESSEMITTEILUNG 2002-03


IV. Kongress der Deutschen in Kasachstan - Alexander Dederer wiedergewählt


Am 7.-8. Dezember 2001 fand in Almaty/Kasachstan der IV. Kongress der Deutschen statt. Viele Jahre hat die Assoziation der gesellschaftlichen Vereinigungen der Deutschen Kasachstans die Belange aller Deutschen Kasachstans vertreten. Der Kongress war eine Art Bestandaufnahme und die geleistete Arbeit wurde eingeschätzt und ausgewertet. Alle Altersgruppen haben sich an den Diskussionen der Ergebnisse beteiligt. Besonders wichtig war es, dass die Suche nach Perspektiven der Selbstorganisation der Deutschen für die nächste Zukunft ausgiebig diskutiert wurde. Eine Schlüsselrolle spielte der demokratische Willen und die gesellschaftliche Diskussion, die in diesem Kongress zum Ausdruck kam. Unterschiedliche Volksgruppen Kasachstans, die ebenfalls eingeladen waren, haben darüber hinaus erklärt, dass ihnen in beeindruckender Weise Anschauungsunterricht in Sachen Demokratie vermittelt wurde.Beeindruckend waren die Reden des Botschafters der Bundesrepublik Herrn Körting, des Ministerialdirektors des BMI Herrn Pöhle, des OSZE-Botschafters Herrn Haupt, des Premierministers der Republik Kasachstan Herrn Tokajew, des Vertreters der Republik Tatarstan/Leiter der tatarischen Volksgruppe Prof. Karimow, Leiter der slawischen Bewegung Herrn Bunakow und des Vorsitzenden der deutschen Minderheit aus Kirgistan, Herrn Valeri Dill.



Besonders scharf verlief der Wahlkampf um die Position des Vorsitzenden. Der Kongress lenkte auf sich die Aufmerksamkeit der Administration des Präsidenten der Republik Kasachstan, der Regierung, des UNO-Komitees zu Problemen der Flüchtlinge und früher deportierter Völker, vieler Nichtregierungs-Organisationen der Republik Kasachstan und der Massenmedien. Der bisherige Vorsitzende, Dipl. Ing. Alexander DEDERER (siehe Foto) wurde für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt. Er genoß das hohe Vertrauen der Delegierten des Kongresses und wurde erneut mit großer Verantwortung in praktisch allen Lebensbereichen der deutschen Minderheit in Kasachstan beauftragt. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit der Gemeinde mit den Landsleuten in Deutschland und in den GUS-Ländern.

Die Rede DEDERERS (deutsch) vor den Delegierten ist im FUEV-Generalsekretariat erhältlich




RESSEMITTEILUNG 2002-02


FUEV-Seminar in Georgien


Vom 04./05. März 2002 veranstaltet die FUEV ein Minderheitenseminar
mit dem Titel GEORGIEN - EIN VIELVÖLKERSTAAT.
Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der FUEV-Mitgliedsorganisation »Assoziation der Deutschen in Georgien«, der Organisation Public Movement Multinational Georgia und dem Büro für nationale Minderheiten des Präsidenten von Georgien statt.

Es nehmen die Volksgruppen Georgiens, die georgische Regierung, Repräsentanten des georgischen Parlamentes.
Weiter sind vorgesehen: Delegierte des Europarates, der Hochkommissar für Minderheiten der OSZE.

Die FUEV wird vertreten durch Präsident Romedi ARQUINT, Vizepräsident Hans Heinrich HANSEN sowie Projektmanager Dr. Martin SCHEUERMANN.

Das Seminar verfolgt drei Ziele:

1. Den Minderheitenvertretern zu veranschaulichen, wie Minderheitenschutz funktioniert (bzw. funktionieren sollte).

2. Den westeuropäischen Teilnehmern zu veranschaulichen, wie Minderheitenschutz in Georgien funktioniert (bzw. funktionieren sollte).

3. Gelegenheit zu geben, den Minderheitenschutz in Georgien zu fördern sowie ein besseres gegenseitiges Verständnis der verschiedenen ethnischen Gruppen zu erreichen

Ort: Universität in Tiflis
Sprachen: Englisch, Russisch und Georgisch (Simultanübersetzung)

Vorträge und Diskussion werden in einer Publikation zusammengefaßt.

Vorläufiges Programm

GEORGIEN - EIN VIELVÖLKERSTAAT

1. Tag:
04. März 2002
Eröffnung durch Eröffnungsansprachen und Grußworte einschließlich Präsident Edward SCHEWARDNADSE (angefragt) und der Präsidentin des georgischen Parlamentes Nino BURDSCHANDASE

I. Zur Situation des Minderheitenschutzes in Europa
Vertreter:
Dr Tim POTIER, LLB (Hons), LLM, PhD auf Empfehlung des Europarates,
der OSZE (Sekretariat des Hochkommissars für nationale Minderheiten),
Direktor John PACKER und Legal Advisor Dzenana HADZIOMEROVICH
Vertretung der FUEV (Hans Heinrich HANSEN/Dr. Martin SCHEUERMANN),
Aussprache

II. Georgien - ein Vielvölkerstaat
Vorstellung der verschiedenen Volksgruppen Georgiens:
Azerbaidschaner (Suleiman Suleimanov)
Armenier (Henrikh Muradian)
Kurden (Kyarim Ankhosi)
Jesiden (Rostom Atahev)
Griechen (Kiriak Iordanidis)
Deutsche (Harry Augst)
Russen (Boris Bogomulov)
Ukrainer (Michael Boris)
Osseten (Tengiz Gagloev)
Juden (Guram Batiashvili)
Assyrer (David Asdamov)
Mesketians. (Marat Baratashvili)
Letten (Regina Jacobidze)
Litauer (Iren Jikia)
Slavische Gemeinschaft „Nadesheda“ [=Hoffnung] (Nelli Rodionova)

Jeweils mit Aussprache
Ca. 15 Vorstellungsrunden à 25 Minuten (inkl. Diskussion)

Kulturelles Abendprogramm

2. Tag:
05. März 2002
Fortsetzung der Vorstellungen

III. Georgien und der Schutz und die Förderung der ethnischen Vielfalt

Vertretung der georgischen Regierung, Prof. Alexi GERASIMOV
Vertretung des georgischen Parlaments
Dr Tim POTIER, LLB (Hons), LLM, PhD auf Empfehlung des Europarates
Vertretung der OSZE
Public Movement Multinational Georgia (Arnold Stepanian)
Vertretung der FUEN (Romedi Arquint)

Aussprache

Abschluss



PRESSEMITTEILUNG 2002-01


Irene Kunc neue Vorsitzende der deutschen Minderheit in Tschechien


Die deutsche Minderheit in Tschechien wählte auf ihrer Herbsttagung ein neues Präsidium. Demnach ist Irene Kunz neue Vorsitzende der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien. Bei 35 abgegebenen Stimmen setzte sich Frau Kunc gegen den bisherigen Vorsitzenden Hans Korbel mit 19 zu 16 Stimmen durch.
Frau Irene Kunc wurde für eine dreijährige Wahlperiode 2001-2004 zur Präsidentin der Landesversammlung gewählt.



Irene Kunc (siehe Foto) wurde am 1. Februar 1948 in Fredek – Místek geboren. In Moravská Trebová/Mährisch Trübau besuchte sie die Volksschule, danach die Textil-Fachschule in Ústí nach Orlicí/Wildenschwert, die sie 1967 mit dem Abitur abschloß. In den Jahren 1967-1995 war sie im Betrieb Hedva in Mährisch Trübau als Technikerin beschäftigt. Seit 1990 begann sie begann sie sich in der Regionalgruppe der Deutschen im Schönhengstgau zu engagieren, vorerst als ehrenamtliche Kulturreferentin, seit 1995 ist sie deren Vorsitzende. Im Juni 1995 wurde sie Geschäftsführerin des Begegnugszentrums Walther Hensel in Mährisch Trübau. Seit 1979 arbeitet Irene Kunc mit Kindern, sei es in der örtlichen Wandergruppe, im Kinderferienlager oder als Betreuerin bei Sprachkursen. Irene Kunc wurde 1998 zum zweiten Mal ins Präsidium der Landesversammlung gewählt und war für den kulturellen Bereich zuständig.

Weiter ins Präsidium wurden gewählt: Martin Dzingel, Josef Hluchnik, Mojmír Koláv Mojmír, Ing. Hans Korbel, Peter Krohe, Alan Kubica, Irena Kuncová, Ema Laubrová, Vera Straková, Richard Vulko, Erika Vosáhlová