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Seit Zeiten des Heiligen Stephan, dem ersten König Ungarns (1000-1038), wurden Deutsche als Fachleute in das damalige Königreich gerufen: Bergleute, Handwerker, Kaufleute, aber auch Ritter und Geistliche. So kamen Bergleute aus Kärnten und dem Harz, aus Böhmen und Mähren in die Gebiete der heutigen Slowakei. Den Begriff "Karpatendeutsche" prägte der Historiker Raimund Friedrich Kaindl am Anfang des 20. Jh., er bezeichnet so die Deutschen in der Slowakei und der Karpaten-Ukraine. Es gibt drei Regionen, in denen die Angehörige der deutschen Minderheit bis heute leben, ihre Zahl betrug in denselben bis 1945 etwa 150 000 Personen: Pressburg (slow. Bratislava) und Umgebung, das sog. Hauerland und die Zips. In der Zeit der Hussiten- und Türkenkriege und später durch die Magyarisierung wurde die Zahl der Deutschen stark vermindert. Die Eingliederung der Slowakei in die Tschechoslowakei im Jahr 1918 brachte für das Karpatendeutschtum eine Wende zum Positiven: die nationale Minderheiten hatten das Recht auf eigene Schulen, Vereine und Presse. Da es vielfach an qualifizierten Lehrern fehlte, kamen Lehrer aus dem Sudetenland, welche neben der Bildung auch bei der Entstehung eigenständiger Vereine mitwirkten und das nationale Bewusstsein belebten.
Politisch war das Karpatendeutschtum zersplittert, nur die Zips stand fast geschlossen hinter der Zipser Deutschen Partei. Im Jahre 1929 wurde die Karpatendeutsche Partei gegründet, 1935 schloss sie ein Wahlbündnis mit der Sudetendeutschen Partei. Im Oktober 1938 vollzog sich die Umwandlung der Karpatendeutschen Partei in die Deutsche Partei. Aufgrund des Vertrages der Slowakei mit dem Deutschen Reich erhielten die Karpatendeutschen in der Slowakischen Republik politische Freiheit und Schul- und Kulturautonomie. Neben den Millionen Deutschen aus dem Osten gehörten auch die Karpatendeutschen zu den Leidtragenden des von Deutschland verursachten Krieges und der Machtpolitik Stalins und Beneš. Nach dem Ausbruch des Aufstandes in der Slowakei (im Herbst 1944) waren die Karpatendeutschen auf sich alleine angewiesen. Am schlimmsten betroffen waren die Streusiedlungen und das Hauerland: Massenmorde in Rosenberg, Glaserhau, Schemnitz, Deutsch-Proben mit allein ca. 450 Toten. Ab November 1944 begann die Evakuierung, insgesamt dürften zwei Drittel der Karpatendeutschen durch die Evakuierung erfasst worden sein. Viele versuchten nach dem Kriege in die Heimat zurückzukehren, wurden aber, wie die in der Heimat Verbliebenen, in Lager gesteckt, und 1945/46 aus der CSR ausgewiesen. Ungefähr 10-15 % der Karpatendeutschen sind aus verschiedenen Gründen in der Slowakei geblieben. Bei der Flucht, Vertreibung, Verschleppung und im Konzentrationslager in Nováky verloren weitere Hunderte Karpatendeutscher ihr Leben. Schwer war die Lage der Karpatendeutschen, die aus verschiedenen Gründen in der Slowakei geblieben sind. Aufgrund der Beneš-Dekrete sind sie recht-, ehr- und besitzlos geworden. Bei der Volkszählung 1950 haben sich 5179 Bewohner zur deutschen Nationalität bekannt. 1980 waren es nur noch 2819. Nach 1989 veränderte sich die Lage der hiesigen deutschen Minderheit, bei der Volkszählung 1991 haben sich 5629 Personen zur deutschen Nationalität gemeldet, es wird jedoch angenommen, das die reelle Zahl höher ist.
Nach 1945 wurde Deutsch nur als Fremdsprache gelehrt und erst seit 1992 kam es zu einem Neuanfang mit eigenen deutschen Kindergärten, bilingualen Volksschulen und Gymnasien. Seit 1991 erscheint in Deutschendorf das "Karpatenblatt", Monatsblatt der Karpatendeutschen. Was die Sprache der Angehörigen der deutschen Minderheit in der Slowakei betrifft, müssen die althergebrachten deutschen Dialekte ebenfalls erwähnt werden. Unter den Bewohnern des Pressburger Siedlungsgebietes herrschte eindeutig die bairische Mundart vor. Für das Hauerland ist eine "ostmitteldeutsch-bairische Mischung" typisch, wie auch für die Unterzips. Für die Oberzips kommt als Herkunftsgebiet der schlesische und sudetenländische Raum in Betracht, was ihre spezifischen Dialekte betrifft.
Am 30. 09. 1990 wurde in Metzenseifen der Karpatendeutsche Verein in der Slowakei ins Leben gerufen. Der KDV ist eine gesellschaftliche und kulturelle Vereinigung von Bürgern der Slowakischen Republik, die deutscher Nationalität, deutscher Herkunft oder deutscher Muttersprache sind, sowie von Sympathisanten der deutschen Minderheit in der Slowakei und ihrer Kultur. Die Karpatendeutsche Gemeinschaft wird heute auf ca. 10.000 Mitglieder geschätzt, wobei nicht alle Mitglieder im Karpatendeutschen Verein sind, sondern sich lediglich als Karpatendeutsche bekennen.
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