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Deutschsprachige Minderheit in Slowenien
in der FUEV vertreten seit 1993.

Die deutsche Minderheit in Slowenien lebt im Lande verstreut und ist heterogen. Eine Gruppe bilden die Reste der Gottscheer Sprachinsel (besiedelt ab 1330) im Südsüdosten von Slowenien. Andere Deutsche siedeln meist im slowenischen Teil der historischen Steiermark. Kulturell und sprachlich aktiv sind zwei Vereine, die sich auch als Minderheitenvereine bekennen und einen Dachverband gegründet haben: der Gottscheer Altsiedler Verein und der Verein deutschsprachiger Frauen „Brücken“. Als die Gottscheer Altsiedler bezeichnet man zumeist die Deutschen, die  nach 1941 nicht nach Deutschland umgesiedelt sind und heute immer noch in dem Bezirk Novo mesto/Rudolfswert angesiedelt sind.

Alle Angehörigen der deutschen Minderheit beherrschen die slowenische Sprache, die meisten die deutsche Sprache – allerdings nur mündlich, einige Gottscheer sprechen nur die (im Krieg und unmittelbar danach verbotene) Gottscheer Mundart. Die genaue Zahl der Deutschsprachigen ist schwer zu ermitteln, da sich wegen der Deportationen, Erschießungen und außergerichtlichen Enteignungen nach dem 2. WK und angesichts des fehlenden Rechtsschutzes viele nicht als Deutsche identifizieren lassen. Die Zahl der Angehörigen der deutschen Minderheit in Slowenien liegt nach Schätzungen aktuell zwischen 2.000 und 5.000.

Im Gegensatz zu den in der Verfassung erwähnten autochthonen Minderheiten – Ungarn und Italienern – wird die Existenz der autochthonen deutschsprachigen Minderheit noch immer verleugnet, die Minderheit ist weder offiziell anerkannt noch genießt sie irgendwelche kollektiven Rechte. Obwohl sie im Kulturabkommen zwischen Slowenien mit der Republik Österreich erwähnt ist, erhält sie von der Republik Slowenien keine nennenswerte finanzielle Förderung.

Es gibt keinerlei Vertretung auf politischer Ebene. Der Verein sieht die Zusammenarbeit bei der Erhaltung von sprachlichen, kulturellen, ethnischen und architektonischen Merkmalen des Gottscheer Volkes als wichtigem Bestandteil der gemeinsamen gottscheerisch-slowenischen Geschichte in der Zeit seit der Ansiedlung und die Erhaltung der Identität als sein oberstes Ziel an. Der Verein der diese Minderheit vertritt ist seit 1992 im Vereinsregister eingetragen. Der Verein übt keine politischen Aktivitäten aus.

Seit 1998 besitzt der Verein das Gottscheer Kulturzentrum bzw. die Begegnungsstätte in Obèice/Krapflern 9, wo derzeit alle Vereinsaktivitäten stattfinden. Im Obergeschoß ist das Museum untergebracht.
Gespräch mit dem Präsidenten der Republik Slowenien, DR. Janez DRNOVSEK im Februar 2006.
Vorsitzender / Verbandsadresse

Gottscheer Altsiedler Verein

August Gril
Občice 9
SI-8350 Dolenjske Toplice
T +386 30 660 500
drustvo.kocevarjev@siol.net
www.gottscheer.net

Verbandsadresse

Kulturverein deutschsprachiger Frauen „Brücken“

Veronika Haring
Barvarska 5
SI-2000 Maribor
T +386 40 160 948
mostovi@volja.net

Rechtlicher Rahmen
Rahmenübereinkommen zum Schutz
nationaler Minderheiten
Slowenien und das Rahmenübereinkommen
zum Schutz nationaler Minderheiten:
Datum der Signatur:
01.02.1995
Datum der Verabschiedung:
25.03.1998
Datum des In Kraft treten:
01.07.1998
Slowenien und der Staatenbericht zum Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten:
Der Gottscheer Allsiedlerverein zum Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten:
11.07.2002
Europäische Charta der Regional- oder
Minderheitensprachen
Slowenien und die Europäische Charta
der Regional- oder Minderheitensprachen:
Datum der Signatur:
03.07.1997
Datum der Verabschiedung:
04.10.2000
Datum des In Kraft treten:
01.01.2001
Slowenien und der Staatenbericht zur Europäischen Charta
der Regional- oder Minderheitensprachen:

Österreichisch-slowenisches Kulturabkommen

2001
In der Republik Slowenien gilt das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten nur für die italienische und die ungarische Volksgruppe, Minderheiten ohne in der Verfassung verankerten Status genießen in Slowenien keinen kollektiven Schutz.
Minderheitenschutz im östlichen Europa am Beispiel von
Slowenien von (Dr. Joseph Marko; Dr. Michael Geistlinger, Dipl. jur. Nina Baltic)

ein Forschungsprojekt des Instituts für Ostrecht der Universität zu Köln unter Leitung von Frau Prof. Dr. Angelika Nußberger

Links

Die Zeitschrift Bakh (Pot) erscheint zeitweise.
Sie ist besonders den Mitgliedern des Gottscheer Altsiedler Vereins zugedacht. Ziel der Zeitschrift ist, die Mitglieder und andere Interessierte über die Tätigkeit des Vereins zu informieren und die Zusamengehörigkeit der Volksgruppe zu fördern. Die Zeitschrift steht auch allen Lesern in den Bibliotheken in Novo mesto und in Gottschee zur Verfügung.

Der Kulturverein deutschsprachiger Frauen »Brücken« wurde am 1.12.2000 auf Anregung der in Marburg und Umgebung lebenden deutschsprachigen Einwohner Sloweniens gegründet. Das Bestreben des Vereins iste es, die sprachlichen, ethnischen und kulturellen Besonderheiten der deutschsprachigen Bevölkerung in Slowenien zu erhalten.
www.drustvo-mostovi.si

Die Jugendgruppe des Gottscheer Altsiedlervereins hat im Jahre 2001 während der Workshops auch ihre eigenen Internetseiten erstellt.
www.gottscheer.net/msslo3.htm