Vom 22. bis 25. Oktober 2009 fand in Jula/Gyula in Ungarn zum 19. Mal eine Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten (AGDM) in der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) statt. Die AGDM ist eine 1991 in Budapest gegründete informelle Arbeitsgemeinschaft, die alle Organisationen vereint, die in der FUEV, dem Dachverband der nationalen Minderheiten und traditionellen Volksgruppen in Europa, zusammengeschlossen sind und sich als Verbände deutscher Minderheiten betrachten. Auf der Jahrestagung wurden folgende Themen behandelt: Spracherhalt und Sprachvermittlung unter den deutschen Minderheiten, bzw. Minderheiten und Tourismus.
Die Tagung wurde durch Dr. Koloman Brenner (Vorsitzender der AGDM in der FUEV) eröffnet, Heinrich Schultz (Vizepräsident der FUEV), Otto Heinek (Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen) und Dr. Detlev Rein (Ministerialrat, Bundesministerium des Innern), Vorsitzender des FUEV-Beirats) sprachen Grußworte. In das erste Thema des Treffens führte die Teilnehmer der Vortrag von Agnes Szauer: Sprachvermittlung im frühen Kindesalter Das Projekt „Eine Person, eine Sprache“ ein, die auf einem anspruchsvollen Niveau über die Möglichkeiten und Erfahrungen der zweisprachigen Erziehung in Kindergartengruppen referierte. In der regen Diskussion Teilnehmer stellte die Teilnehmer fest, dass diese Art von Sprachvermittlung die Zukunft der deutschen Sprache in ihren Ländern festigen kann. Zum Thema Tourismus und Minderheiten hielt Edda Illyés (Regionalbüroleitern der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen) mit dem Titel Regionale Chancen für Minderheiten im Tourismus einen Vortrag. Der Vorsitzender der AGDM in der FUEV, Dr. Koloman Brenner fasste den fachlichen Teil des diesjährigen Treffens folgendermaßen zusammen: Die Teilnehmer der Tagung gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass ähnliche Projekte wie das Modell „Eine Person eine Sprache“ im Kindergartenbereich und darauf basierend der Ausbau von zweisprachigen Schulen zur Neubelebung der deutschen Sprache auch seitens der betroffenen Regierungen und auch der Bundesrepublik Deutschlanf gefördert werden. Vor allem für die deutschen Minderheiten in Ostmitteleuropa und in den GUS-Staaten, wo die Deutschen unter starkem Assimilationszwang ihre Sprache und Identität z.T. verloren haben, ist dies besonders wichtig.
Das Rahmenprogramm des Treffens wurde von einem gemeinsamen Programm mit der AG der Slawischen Minderheiten in der Organisation der Slowakischen Landesselbstverwaltung (siehe Foto oben) abgerundet. Die Tagungsgäste lernten während einer Stadtbesichtigung (Führung durch die Innenstadt und die sog. „Deutschstadt”, Besichtigung der mittelalterlichen Ziegelburg, der Deutschstädtischen Kirche und des Geburtshauses von Franz Erkel, Komponist u. a. der ungarischen Nationalhymne) auch den Tagungsort kennen. Die Vorsitzende der örtlichen Deutschen Selbstverwaltung Monika Mittag informierten die Teilnehmer über die Tätigkeiten der deutschen Minderheit der Stadt.